Harald Munk hat seinen Leserbrief zum Haushaltsplan der Gemeinde Neuberg in Gedichtform verfasst.
Schon als ich den ersten Blicke nahm,
auf den schönen Haushaltsplan,
dachte ich mir bei diesem Ding:
Das macht doch gar keinen Sinn.
Für fast 3000 € pro Kopf werden wir verwaltet,
aber diese Zahl ist schon bald veraltet.
Und das in einem kleinen Ort,
da bleibt einem fast die Sprache fort.
Die Gegenwart hat ihren hohen Preis.
Die Zukunft kommt aufs Abstellgleis.
Und so beginnt auch schon das Trauerspiel:
Investitionen nämlich sind nicht das Ziel.
Das, was zählt, bleibt rar,
kein Cent für Investition ist wirklich da.
Zwar sprudeln die Einnahmen noch und nöcher,
doch es kann kein Politiker sein,
der nicht findet neue Löcher.
Probleme müssen anders her,
denn schon die viel genannten Aufgaben sind vom Gesetz nicht so schwer,
sodass man bräuchte nicht das wachsende Verwaltungsheer.
Die Kosten explodieren ganz und gar,
beflissen wird das eigene Maß emsig ignoriert,
und die Kreisangehörigkeit stets negiert.
Denn statt einen Nutzen heraus zu ziehen,
gibt man Geld aus für externe Expertis.
Die Schuldigen sind natürlich rasch im Blick,
die Anderen sind´s das ist kommod,
alles andere ist ungeschickt.
Die Kost für das Heer kennt kein Halten,
bei gleichem Schritt kann in 12 Jahren der Haushalt nur noch diese Summe walten.
Wenn aber die Münze im staatlich Beutel klingt,
die Lösung schnell herbei sie springt.
Mit mehr Geld lässt sich alles lösen
und die anonymen Reichen sind immer die Bösen.
Wenigstens die Abschreibungen sinken in dem Plan,
da muss man auch keine Investitionen fahn.
Die Zukunft beginnt ein anderes Mal,
hierfür gibt es heute keine Zahl.
Die Politik der Sackgass braucht keine Denker,
denn erst später kommt der wirtschaftliche Henker.
Betrachtet man nun das Budget,
ist es ganz vorbei mit dem Versteh.
Würden sich die zentralen Dienste nur auf das Gesetz besinnen
und nicht akademisch spinnen,
ließen sich schnell hunderttausende von Euro oder gar eine Million sparn,
und keiner merkt etwas von dem Getan.
Nur die Kosten würden sinken
und man würde nicht so viel Lebenszeit verschenken.
Das Personal gut ausgebildet,
wird auch gesucht in freien Gefilden.
Der Wahnsinn mit der EDV,
birgt auch kein Glück, sondern nur die große Show.
Die Sicherheit und Ordnung gar,
ginge auch vereinfacht, und wäre so für viele klar.
Und schwupps sind wieder 120.000 Euro gespart,
welche mit weiteren 100.000 Euro aus dem Kulturbereich gepaart
würde ein hübsches Sümmchen dann ergeben,
dass man nicht bei den Bürgern muss erheben.
Sind wir weiter ehrlich:
Bei den Kindern, der Jugend und der Familie wird auch nicht viel getan,
hier kann man noch mal über 100.000 Euro sparn.
Die Bauverwaltung ist ganz und gar ´ne Crux,
hier wird schon fast nichts investiert,
aber beim Bürger doch viele hunderttausend Euro zusätzlich kassiert.
Neuberg stimmt beim Bauen nur zu, der Kreis macht die Arbeit hier im Nu.
Warum die Kosten hier stetig steigen,
muss wohl ein Geheimnis bleiben.
Wieder sind Hunderttausende gefunden,
die es gilt zu sparn,
und das ohne schlimme Wunden.
Nur ein Effekt ist wunderschön:
Die Schuld scheint von allein zu gehen.
2023/2024 waren noch acht bis zehn Millionen Euro eingestellt,
und nun ist es plötzlich schnell viel weniger Geld.
Nur drei bis vier Millionen Schulden sollen es sein,
ein Wunder ist in diesen Zeilen.
Zusammen mit vielen anderen kleinen Summen,
die nur zehntausende von Euro verschlingen,
ließen sich über zwei Millionen Euro sparen
und damit in die Zukunft fahren.
Die Bürger müssten nicht noch mehr bezahlen,
Schulden brächten keine Qualen,
und gebaut könnte auch noch werden,
sodass es Freude gibt auf diesen Erden.
Doch ein Nachteil findet sich fix überall:
Das Gejammer der Politiker fände keinen Widerhall.
Die dargestellten Zahlen sind weder effizient noch schlau,
sondern nur Klamauk.
Der Haushalt ist eine Narretei,
und so ist es vielleicht bald mit der Demokratie vorbei.
Wenn die Zukunft wird verspielt,
wird von den Menschen auf etwas Neues gezielt.
Also statt die Gegenwart zu verwalten,
wäre es nötig, die Zukunft zu gestalten.
Geld gibt es schon in großem Maß,
dass es reichen würde, ist natürlich nur ein schlechter Spaß.
Ambitionen wären zu viel verlangt,
immer weiter so, das macht das Volk bald schlank.
Und so gibt es Dinge auf der Welt,
die schon seit zig Jahren,
immer noch so sind,
weil sie immer schon so waren.
Ob Fürst, Kaiser oder Demokratie:
Politiker sind sich für keinen Mumpitz stets zu schad,
für die Teilnahme an jeder finanziellen Missetat.
So stehe ich hier nun mit dem Gedicht
und sage: Das möchte und das kann ich nicht!
Doch übermäßig sparen soll man nicht,
doch handeln mit Vernunft,
das wäre ein Gedicht.
Harald Munk
Neuberg
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