Lilian Siderius hat – wie sie betont – „zum „Schriftstück“ der AfD (nicht in wenigen Worten) einen Leserbrief verfasst“.
Die AfD behauptet, sie wolle in Erlensee etwas verändern – doch was sie wirklich anbietet, ist ein Zerrbild der Realität und das mittlerweile übliche Rezept für Angst und Spaltung statt Lösungen und Fortschritt. Nebenbei bemerkt, es spricht immer nur „Irgendjemand“ von der AfD, warum spricht bislang eigentlich nie der Bürgermeisterkandidat für sich selbst?
Beginnen wir mit Fakten statt Fakes:
Die Bundesregierung steht in der Kritik – wie jede Regierung in Krisenzeiten. Aber wer glaubt, Kommunalpolitik sei einfach ein verlängerter Arm von Berlin, der missversteht bewusst, wie Politik in Städten wie Erlensee funktioniert. Hier geht es nicht um Ideologie, sondern um Lösungen – ganz konkret und ganz nah vor Ort an den Menschen.
Die AfD wirft der Stadtführung „Stillstand“ vor – dabei zeigen die Zahlen ein anderes Bild: Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Erlensee hat sich allein 2023 verfünffacht. Im Jahr 2023 pendeln erstmals mehr Menschen nach Erlensee zur Arbeit, als aus der Stadt heraus. Das ist keine Bilanz des Scheiterns, sondern ein Ergebnis langfristiger Planung und verlässlicher Politik.
On Top der angeblich „frische Wind“ des Kandidaten Pfeiffer: Die Ankündigung von 500 Arbeitsplätzen bleibt völlig unkonkret. Kein einziger Unternehmensname, kein Plan, keine Details – nur eine Behauptung. So sieht keine glaubwürdige Wirtschaftspolitik aus, sondern Wahlkampf ohne Substanz.
Der Vorwurf, das Hallenbad sei aufgegeben worden, während für Flüchtlingsunterkünfte „schnell Geld aufgetrieben“ wurde, ist zynisch. Die Wahrheit ist: Die Unterkünfte sind eine von Land und Bund gestellte Pflichtaufgabe an die Kommunen. Das Hallenbad hingegen ist eine freiwillige Leistung deren Kosten für die Stadt so nicht mehr tragbar waren, daher erging der Beschluss zur Schließung durch die Stadtverordnetenversammlung.
Wir als Demokraten werden es nicht zulassen, dass der soziale Zusammenhalt und die humanitäre Verantwortung der Stadt – nicht nur beim Thema Flucht – von unqualifizierten und aufhetzenden, abwegig panikmachenden Äußerungen der AfD gegeneinander ausgespielt wird.
Was die AfD hier betreibt, ist die klassische Stimmungsmache: einfache Antworten auf komplexe Herausforderungen, garniert mit pauschaler Berlin-Schelte und falschen Zahlen. Was Erlensee jetzt braucht, ist nicht Populismus mit Presslufthammer, sondern eine Politik, die verbindet, gestaltet und auf Fakten basiert. Die Menschen in dieser Stadt sind klug genug, echte Lösungen von bloßem Populismus zu unterscheiden.
….und jetzt frage ich doch noch: wer ist überhaupt Herr Pfeiffer mit drei „F“?
Diese Frage stellen sich mit mir wohl viele Bürgerinnen und Bürger zu Recht. Denn bislang bleibt die AfD bzw. Herr Pfeiffer uns in Erlensee jede Antwort schuldig: Wer genau ist Jürgen Pfeiffer? Im offensichtlich KI generiertem Bild vor einem Rathaus, dass so schon lange nicht mehr existiert, hat er seine Bewerbung doch wohl nicht abgegeben? Keine Infos außer Alter, Ort, „erfolgreicher Geschäftsmann“ (von welchem Unternehmen?) und zwei schon etwas komödiantischen Video auf TikTok und Instagram, auf denen er einmal eine Treppe hochläuft und, das hat anscheinend Methode wieder einmal, ein anderer Mensch der AfD an der Stelle des „designierten Bürgermeisterkandidaten“ spricht? Fleißiger Einsatz sieht anders aus Herr Pfeiffer. Der Sohn im Fußball das einzige Bindeglied zu Erlensee? Recherchen haben ergeben, dass Herr Pfeiffer sogar in seinem Heimatort so ziemlich unbekannt ist.
ABER WANN erfahren wir als Wähler und Wählerinnen endlich mal welche Qualifikationen Herr Pfeiffer mitbringt? Welche politische Erfahrung hat er in und für Erlensee gesammelt? Und mir stellt sich da noch eine Frage: Wer hat ihn nominiert?
Denn Stand heute ist völlig unklar, welche Mitgliederstruktur die AfD in Erlensee überhaupt hat – und ob es tatsächlich eine demokratisch legitimierte Aufstellung des Kandidaten gab. Transparenz? Fehlanzeige.
Die Menschen in Erlensee haben ein Recht darauf zu wissen, wer sich zur Wahl stellt – und was er/sie konkret für ihre Stadt tun will. Stattdessen erleben wir eine für die AfD typische Kampagne mit großen Worten, aber ohne überprüfbare Inhalte und viele Fake-Infos.
Wer wirklich gestalten will, muss offen, greifbar und konkret sein. Ein Phantomkandidat mit fragwürdiger Unterstützung hilft unserer Stadt ganz sicher nicht weiter. Wer Demokratie stärken will, muss klare Kante gegen Radikalisierung zeigen – auch und gerade im Kleinen. Erlensee braucht keine Partei, die Ängste schürt und die Gesellschaft spalten will, sondern Menschen, die beherzt und mit Wissen die Verantwortung für die Zukunft unserer Stadt übernehmen.
Weitere wichtige Information: Bereits ab dem 18.08. können alle Wahlberechtigte entweder mit Wahlschein oder Ausweis im Bürger Servicebüro Ihre Stimme zur Bürgermeisterwahl abgeben!

Quelle Grafik: IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. Weitere Firmenzugänge wie Klein- und Mittelständische Betriebe wie MainCare und Großunternehmen wie Harry Brot, Google sind nicht eingerechnet.
Lilian Siderius
SPD Stadträtin von Erlensee
Leserbriefe können an redaktion@erlensee-aktuell.de zur Veröffentlichung gesendet werden. Sie geben allein die Meinung der Verfasser wieder, die jeweils namentlich genannt werden müssen. Auf ausdrücklichen Wunsch der Verfasser können die Leserbriefe auch auf der Facebook-Seite von Erlensee Aktuell unter Beibehaltung der Kommentarfunktion veröffenlicht werden.
