(pm/ea) – Die Stadt Erlensee veranstaltete gemeinsam mit dem Sozialverband VdK Ortsverband Hanau eine gut besuchte Informationsveranstaltung zur elektronischen Patientenakte (ePA).
Zunächst wurde sich bei Kaffee und Kuchen gestärkt. Dann gab der Vorsitzende des Orts- und Kreisverbandes VdK Hanau, Harald Koch, einen umfassenden Überblick über die Funktionsweise, die Vor- und Nachteile und die Sicherheitsaspekte der digitalen Gesundheitsakte. Die ePA befindet sich aktuell noch in der Testphase. Ab Oktober 2025 müssen dann alle Arztpraxen dieses System nutzen. Jeder und jede einzelne aber kann sich entscheiden, ob er oder sie dabei mitmachen möchte oder nicht.
Gespeichert werden sollen in der ePA voraussichtlich die Daten der letzten 2-3 Jahre, die noch nachträglich eingetragen werden. Zukünftig wird dann der Arzt oder die Ärztin Informationen zu Diagnosen, verschriebenen Medikamenten, Impfungen, Allergien, Arztbesuchen und anderes dort in die ePA eintragen. So können dann der nächste behandelnde Arzt oder die Ärztin sehen, welche Untersuchungen schon gemacht wurden oder welche Medikamente eingenommen werden. Auch im Notfall sind so alle wichtigen Informationen schnell zugänglich. Mithilfe der bekannten Gesundheitskarte von der Krankenkasse erhalten Ärzte und Ärztinnen für 90 Tage oder auch Apothekerinnen und Apotheker für drei Tage Zugang zu der betreffenden ePA, die in einem großen Rechenzentrum abgelegt und gespeichert ist. Die Krankenkassen erhalten keinen Zugang zur ePA.
Die angekündigte Möglichkeit, als Patient oder Patientin selbst entscheiden zu können, welche Daten wer einsehen kann, ist leider nicht realisiert worden. Es gilt jetzt, dass man entweder ganz der ePA zustimmen oder ihr komplett widersprechen muss. Hier ist jeder und jede selbst gefordert, diese Entscheidung gut abzuwägen und zu treffen. Warum sollte der Zahnarzt Daten zu einer psychischen Krankheit erhalten oder die Apothekerin Informationen zu der Häufigkeit von Arztbesuchen.
Der Referent Harald Koch musste auch viele aufkommende Fragen beantworten und konnte so dazu beitragen, dieses schwierige Thema den älteren Menschen näherzubringen und ihnen bei ihrer Abwägung und Entscheidung zu helfen. Alle Teilnehmenden waren sehr dankbar für diese Möglichkeit, sich zu informieren und Antworten zu erhalten.
Auf dem Foto: Harald Koch, Vorsitzender des Orts- und Kreisverbandes VdK Hanau, beim Vortrag
Foto: Stadt Erlensee
