(ms/ea) – Im bis auf den letzten Platz besetzten Saal des Bürgerhauses Zum Neuen Löwen fand am Samstagabend die Akademische Feier der Freiwilligen Feuerwehr Rückingen anläßlich ihres 125-jährigen Jubiläums statt. Bei der von allen gelobten kurzweiligen und würdigen Veranstaltung wurden auch zahlreiche Ehrungen vorgenommen, darunter die Ernennung von Uwe Kuprian zum Ehrenwehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Rückingen.

Zu Beginn der Veranstaltung konnte der 1. Vorsitzende des Feuerwehrvereins und Wehrführer Uwe Kuprian zahlreiche Ehrengäste begrüßen, darunter Erste Stadträtin Birgit Behr, Stadtverordnetenvorsteher Christian Scholz, Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung, CDU-Landtagsabgeordneter Max Schad, Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann, Kreisbeigeordneter Jannik Marquart, Kreisbrandmeister Volker Achtert, Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Werner Beier, die Erlenseer Stadtbrandinspektion, Vertreter der Feuerwehren aus der Partnergemeinde Wusterwitz und der hiesigen Region sowie Vertreter der Erlenseer Vereine und die Pfarrerinnen Claudia Herchenröther, Ulrike Stellmacher und Pfarrer Andreas Weitzel.


Rene Neugebauer in historischer Uniform (Foto: Erika Kreuzer)
In einem bebilderten Vortrag stellte Kuprian die Vereinsgeschichte der Freiwilligen Feuerwehr Rückingen vor, die am 9. September 1900 gegründet wurde. Aber schon davor mussten Kommunen Feuerwehren vorhalten, was im Jahr 1875 gesetzlich festgeschrieben wurde. Es handelte sich hier hauptsächlich um Pflichtfeuerwehren.
Die Alarmierung der Einsatzkräfte erfolgte zur damaligen Zeit durch Läuten der Sturmglocken vom Kirchturm und durch einen Hornisten. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden im Deutschen Reich die Feuerwehren neu geregelt und umstrukturiert. In dieser Zeit wurden übrigens Alarmierungen mittels Sirenen getestet. Eine wurde auf das Dach des Bürgermeisteramtes in der Mittelgasse 1 installiert.
Nach dem Ende des Weltkriegs musste Rückingen seine Feuerwehr wieder neu reaktivieren. So wurde diese im Jahr 1945 in der Gaststätte „Zum Löwen“ neu gegründet.

Ehemaliges Feuerwehrhaus Rückingen
In den Folgejahren schritt die Entwicklung mit der Erweiterung der Ausrüstung und des Gebäudebestandes sowie der Gewinnung von neuen Kameraden zügig voran, dazu gehört auch die Gründung einer Jugendfeuerwehr ein halbes Jahr nach Bildung der Gemeinde Erlensee aus Rückingen und Langendiebach am 1.1.1970. Auch im Jahr 1970 wurde das heutige Feuerwehrhaus bezogen.

1.1.1970
Durch eine neue Ortssatzung im Jahr 1973 wurde geregelt, dass die Feuerwehr mit deren Einsatzabteilungen gemeindliche, durch einen Ortsbrandmeister geführte Einrichtung sind unter Beibehaltung der Selbstständigkeiten der beiden Ortsteilwehren.

2. Juni 1978: Großbrand in der Arbeiterunterkunft der Autobahnbaustelle im Bereich Kaiserfeld
Ein weiterer unter vielen Meilensteinen war der Abzug der amerikanischen Streitkräfte vom Fliegerhost, dessen Gelände seitdem in die Zuständigkeit der Feuerwehr fällt. Außerdem ergaben sich durch die Ausweisung weiterer Wohn- und Gewerbegebiete wachsende und neue Aufgabenfelder für die Einsatzkräfte.
Eine große Herausforderung war die Corona-Pandemie mit den bekannten Einschränkungen. Durch ergriffene Maßnahmen konnte jederzeit die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr gesichert werden.
Viele Einsätze in der 125-jährigen Geschichte mussten bewältigt werden, Beschaffungen, Neubauten und Ertüchtigungen sowie Mitgliederwerbungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte bis zur Gegenwart. Durch Tage der offenen Türen und der Teilnahme an Festen und Weihnachtsmärkten unterstützt der Feuerwehrverein das kulturelle Leben in der Stadt.
Die Rückinger Einsatzabteilung besteht aktuell aus 39 Mitgliedern, dem Feuerwehrverein gehören 453 Mitglieder an.
Abschließend wünschte der Wehrführer er allen Feuerwehrleuten immer eine gesunde Heimkehr von ihren Einsätzen und dass sie das Werk Feuerwehr mit ihren Inspirationen und Motivationen weiterhin anfeuern, um für alle ein hohes Maß an Spaß am Hobby zu erhalten.
„Denn ein Feuerwehrhaus und die besten Feuerwehrfahrzeuge sind nichts ohne eine motivierte und gut ausgebildete Mannschaft“, so der Wehrführer abschließend.
Grußworte
Erste Stadträtin Birgit Behr sprach in Vertretung von Bürgermeister Stefan Erb allen Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Rückingen und ihren Familien ein großes Dankeschön aus. Das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute sei die Stütze für ein modernes Sicherheitskonzept der Stadt, welches allen Bürgerinnen und Bürgern zu Gute komme. Sie versprach, dass Politik und Verwaltung auch in Zukunft verlässliche Partner der Feuerwehr seien.
Dem Dank schloss sich auch Stadtbrandinspektor Björn Winterhalter an, der in seinem Grußwort noch einmal an die Bildung der Freiwilligen Feuerwehr Erlensee nach der Bildung der Gemeinde Erlensee erinnerte. An Wehrführer Uwe Kuprian gewandt, sprach er einen besonderen Dank für seine mittlerweile 20-jährige Tätigkeit als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Rückingen aus.
Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann zeigte sich sehr beeindruckt von dem vollbesetzten Saal und dem Programmablauf der Feier, welche vom Posaunenchor und der Chorgemeinschaft Erlensee musikalisch umrahmt wurde. Auch die Anwesenheit vieler Vereinsvertreter zeige, wie stark hier die Feuerwehr in der Gesellschaft verankert sei. Die Freiwillige Feuerwehr besitze einen unschätzbaren Stellenwert, denn die Leistungen könne der Staat nicht gänzlich übernehmen.
Kreisbrandmeister Volker Achtert überbrachte die Grüße des Kreisbrandinspektors und der Feuerwehren aus dem gesamten Main-Kinzig-Kreis. Er betonte, dass – obwohl nach der Auskreisung der Stadt Hanau die Hanauer Wehren nicht mehr Teil des Main-Kinzig-Kreises seien – diese selbstverständlich wie bisher auch im Kreisgebiet unterstützen.
CDU-Landtagsabgeordneter Max Schad lobte in seiner Rede das Engagement der Feuerwehrleute, welches dem zunehmenden Individualismus der Gesellschaft einen Kontrapunkt setze.
Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Werner Beier, überbrachte die Glückwünsche von über 4000 Kameraden aus dem Main-Kinzig-Kreis und sprach ein großes Dankeschön aus, welches für ihn auch eine ganz persönliche Herzensangelegenheit sei, da er selbst viele Jahre selbst Mitglied der Rückinger Einsatzabteilung war.

Werner Beier übergibt das Jubiläumsgeschenk des Kreisfeuerwehrverbandes an Uwe Kuprian

Uwe Kuprian (Mitte) mit Feuerwehrkameraden aus Wusterwitz und dem mitgebrachten Geschenk

Kameraden aus Langendiebach, Hanau und Wusterwitz mit Uwe Kuprian nach deren Grußworten
Ehrungen
Gegen Ende der Akademischen Feier nahm Erste Stadträtin Birgit Behr drei Ehrungen vor:
Wehrführer Uwe Kuprian wurde für besondere Leistungen und seine über 20-jährige Tätigkeit als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Rückingen zum Ehrenwehrführer ernannt und ihm die Ehrennadel der Stadt Erlensee verliehen.
Für außergewöhnliches Engagement und langjährige verantwortungsvolle Mitarbeit im Verein der Freiwilligen Feuerwehr Rückingen, dem er seit 1964 angehört, sowie weiteren Funktionen bei der Chorgemeinschaft Erlensee, dessen Mitglied er seit 1974 ist, wurde Volker Erdt die Ehrenmedaille in Gold verliehen.
Werner Hercher wurde für sein langjähriges Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr Rückingen und unter anderem auch im Seniorenbeirat der Stadt Erlensee und bei der evangelischen Kirchengemeinde in Rückingen die Ehrenmedaille in Gold verliehen.

V.l.: Erste Stadträtin Birgit Behr, Werner Hercher, Uwe Kuprian, Stadtverordnetenvorsteher Christian Scholz, Volker Erdt und Stadtrat Wolfgang Gierhake
Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Chorgemeinschaft Erlensee und vom Posaunenchor.

Ausgestellte Geräte und Utensilien sowie Informationstafeln mit Fotos von Einsätzen und sonstigen Ereignissen rundeten die vollkommen gelungene Akademische Feier ab.

Auf dem Titelfoto: Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Rückingen aus allen Abteilungen mit Kameraden der Partnerfeuerwehr aus Wusterwitz
Bericht und Fotos: Markus Sommerfeld
