(pm/ea) – Selten gab es einen derart fulminanten Konzertbeginn in einem Frühlingskonzert der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) zu erleben, wie in diesem Jahr. Das KRS-Sinfonieorchester unter Leitung von Petra Weiß war im vollen Ornat auf der Bühne des Congress Park Hanau angetreten, um zusammen mit dem „Chor der Freunde der KRS“ die Ouvertüre zum Musical „Chess“ zum Besten zu geben.
Hier werden klanglich von zart besaitet bis donnerndes Blech alle Register gezogen, rhythmisch bereits sehr versiert ertönend in homogenen Wechsel mit den Choristen unter Leitung von Frank Hagelstange. „Chess“, von Benny Andersson und Björn Ulvaeus, den männlichen Mitgliedern der schwedischen Popgruppe „ABBA“, im Jahr 1983 komponiert, wird vom 30. Juni bis 3.Juli von den Musikerinnen und Musikern der KRS auf die Bühne des CPH gebracht. Somit darf der beherzte Auftritt des KRS-Sinfonieorchesters und des KRS-Chores als beste Werbung für die Aufführung von „Chess“ im Sommer gewertet werden – das macht Lust auf mehr.
Durchdrungen von norwegischen Volkstänzen kommt die 2. Violinsonate in G-Dur von Edvard Grieg sehr heiter daher. Insbesondere der typische norwegische Volkstanz namens „Springdans“ wird öfter in dem Werk zitiert der eingebettet ist in einem sehr agilen Schlagabtausch zwischen Geige und Klavier. Der KRS-Schüler Manfred Hubert an der Geige wird von seiner Mutter Tatjana Hubert am Flügel begleitet. Traumwandlerisch präsentieren die beiden Solisten die mitunter von einem majestätischen Fortissimo durchtränkten Arabesken, genauso brillant breiten sich aber auch feine Pianopassagen aus – das ist Musizieren auf höchstem Niveau, was das Publikum an diesem Abend erleben darf. Nicht umsonst hat das junge Ausnahmetalent Manfred Hubert einen Tag zuvor den 1. Preis beim „Franco Margola“-Musikwettbewerb in Brescia gewonnen.

Der KRS-Kinderchor, der zwei Stücke aus dem Musical „The greatest Showman“ im Repertoire hat, besticht unter Leitung von Daniel Ulb durch gut akzentuierte Rhythmik und gutem Wortverständnis. Hier spürt man deutlich die Freude der Kinder am Singen, die noch durch die Begleitung des Blasorchesters bei „Million Dreams“ verstärkt wird. Das KRS-Blasorchester unter Jens Weismantel entführt das Publikum in die Phantasie-Welt des Films, einmal die Italo-Western, denen der italienische Komponist Ennio Morricone alleine mit dem Millionenseller „Spiel mir das Lied vom Tod“ ein unverwechselbares Gesicht gegeben hat. Aber auch John Willams kommt zu Gehör. So rangelt sich die berühmte „Cantina-Band“ aus „Star-Wars“ mit dem bösen Darth Vader auf der Bühne, was zu einem dynamischen Ohrenschmaus kulminiert und in einem opulenten Schlusscrescendo mündet. Ganz zarte Töne dann vom Chor des Musik-Leistungskurs Q4, der sich damit beschäftigt, was Musik so alles bewirken kann. Das Stück stammt von dem A-capalla-Quartett „Maybebop“ und zitiert immer wieder eingestreut bekannte Musikstücke.
Traditionsgemäß gehört der zweite Teil des KRS-Frühlingskonzerts der KRS-Big-Band, geleitet von Stefan Glück. Von der Leichtigkeit des Seins der kapverdischen Inseln bis hin zum treibenden Rhythm ‚n‘ Soul eines James Brown oder den Blues Brothers zeigt die Big-Band eine breite Palette unterschiedlicher Stile aus Jazz, Rock und Pop. Sehr intonationssicher brennt die Bläsersektion zusammen mit der knackig agierenden Rhythmusabteilung ein abwechslungsreiches Feuerwerk von zarter Rumba bis zum rockigen „Eye Of The Tiger“ ab, wobei der knallrote Boxhandschuh durchaus ein guter Ersatz für den Dirigentenstab darstellt. Bei aller Freude am Musizieren muss Stefan Glück am Ende doch ein Tränchen verdrücken, benötigt die KRS-Big-Band dringend Nachwuchs vor allem an der Saxophonfront, verlassen viele „altgediente“ Mitstreiterinnen und Mitstreiter abiturbedingt die Schule. Der Begeisterung am Ende tut dies keinen Abbruch, wird die KRS-Musikerschar mit Standing Ovations in den Feierabend entlassen.
Fotos: KRS
