(pm/ea) – An vielen Stellen noch immer Thujas und Kirschlorbeer als Grundstücks-Begrenzung ist etwas, was die Erlenseer Bau- und Umweltausschutzvorsitzende Birgit Reuhl seit längerer Zeit besorgt. Blühbotschafterin Monika Kühn-Bousonville spricht sich dafür aus, möglichst viel heimische Pflanzen in den eigenen Garten zu pflanzen.
Schon im Biologie-Unterricht warnte Reuhls Lehrerin vor Thujas, die übermäßig viel Wasser aufsaugen, ohne anderen Pflanzen oder Tieren irgendeinen Vorteil zu bringen. Seit den extremen Hitzejahren 2019 und 2020 bestätige sich dies, denn viele dieser Hecken sind im Nachgang vertrocknet und als braune Gerippe übriggeblieben.

„Eine Liguster-Hecke, oder eine Buchenhecke, ist jedoch ebenfalls rund ums Jahr grün, bietet heimischen Vögeln und Insekten Heimat und Nahrung und erweist sich in Trockenzeit als sehr robust“, so Birgit Reuhl weiter. „Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Menschen für heimische Pflanzen entscheiden und in den Gartengeschäften danach fragen bzw. auf die Kennzeichnung achten.

Die heimischen Pflanzen und Wildstauden bieten laut Blühbotschafterin Monika Kühn-Bousonville einen Lebensraum für Insekten und Wildbienen und ihre Nahrungsquelle. Denn Insekten und Wildbienen finden nur in heimischen Pflanzen Nahrung. Von den bunten, blühfreudigen und großblütigen „Exoten“ können sie nicht leben. Sie schmeicheln zwar unserem Auge, doch für unsere Insekten bieten sie keine Nahrung und benötigen oft große Mengen an Wasser!

Neben den heimischen Pflanzen ist auch eine ungemähte, „wilde Ecke“ im Garten hilfreich für Insekten. Ein Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen und Erd- und Sandlöcher sind Rückzugsorte für Bienen, Insekten und Schmetterlinge. Die Brennnessel z.B. ist die Futterpflanze für die Raupen von verschiedenen Schmetterlingen, u.a. für unserem Admiral. Und ohne Futterpflanzen für die Raupen bekommen wir keine Schmetterlinge. Als Nektarpflanzen eigenen sich besonders Sonnenröschen, Phlox, Sal-Weide, Flocken Blume, Königskerze, wilde Möhre, Thymian, Oregano, Mädesüß um nur ein paar zu nennen.
Wichtig ist auch, die ausgeblühten Pflanzenstängel im Winter stehen zu lassen. Sie dienen einigen Schmetterlingsarten und Insekten zur Überwinterung. Und auch im Frühjahr den Garten nicht zu zeitig „aufräumen“. Die Tiere benötigen Zeit um daraus zu schlüpfen. Für Insekten und Wildbienen sind einige abgesägte Äste und Natursteine als Lebensraum wichtig. Eine kleine Wassertränke hilft gerade in heißen Sommermonaten.
Neben den blühenden Pflanzen, eignen sich auch heimische Stauden als Nahrungsquelle für Insekten. Hier sind besonders die Felsenbirne, der Weis- und Sanddorn, Kornelkirsche, Schlehe, Mispel und Berberitze zu empfehlen.
Diese Pflanzen und Stauden finden sich im Fachhandel. Wie zu allem finden sich die Informationen zu dem umfangreichen Thema jederzeit im Internet. Zum Beispiel die Info-Materialien des Verbands Wohneigentum oder unter Main Kinzig Blüht Netz – Home.
Noch ein Tipp: Sehr wenig Arbeit hat man mit einem Kräuter-, Klee- oder Blumenrasen. Er vereint viele Vorteile, vor allem, wenn die Zeit für Gartenarbeit knapp ist: Kräuterrasen muss wesentlich seltener als ein herkömmlicher „Englischer Rasen“ gemäht werden. Er ist ähnlich vielfältig wie eine Blumenwiese, und kann auch betreten werden. Das gute alte Gänseblümchen ist Birgit Reuhls ultimativer Tipp für einen robusten, langsam wachsenden Kinder- sowie Insektenfreundlichen Garten. Wo sich ein vermeintlicher Widerspruch auftut, ist keiner: Die kleinen Wildbienen, die sich an den wilden Blumen erfreuen, stechen nicht.
Fotos: PM
