Forstamt Hanau-Wolfgang sucht ehrenamtliche Biberbetreuer

(pm/ea) – Das Forstamt Hanau-Wolfgang sucht Verstärkung für eine interessante Aufgabe. „Als ehrenamtlicher Biberbetreuer spielt man als Ohren und Augen vor Ort eine wichtige Rolle“, weiß der amtliche Biberbetreuer des Forstamts Claus Keller.

Seit etlichen Jahren steigt die Anzahl der Biberreviere im Main-Kinzig-Kreis kontinuierlich an. „Alle Biber bei der Vielzahl von Gewässern im Forstamtsbereich zu überblicken, ist alleine kaum möglich. Daher kann ich Unterstützung bei der Recherche zu den Biberrevieren durchaus gebrauchen. So kann ich mögliche Konflikte rechtzeitiger erkennen und managen.“

In den frühen Morgenstunden des Tages, wenn die Natur erwacht, beginnt die Arbeit eines ehrenamtlichen Biberbetreuers. Mit Gummistiefel und Notizblock ausgestattet folgt er den Spuren eines der faszinierendsten Lebensraumgestalter der Natur – dem Biber. Der Biber ist ein Landschaftsarchitekt: „Viele Menschen wissen gar nicht, wie wichtig der Biber für heimische Ökosysteme ist.“, erklärt Fachmann Keller, während er in seinem Notizblock die Beobachtungen des Tages festhält. „Biberdämme schaffen strukturreiche Lebensräume für Vögel, Amphibien oder Insekten. Zudem können sie helfen, Gewässer kostenlos zu renaturieren und Wasser zurückzuhalten. Ein echter Gewinn für den Natur- und Klimaschutz.“

Doch nicht alle freuen sich über das große Nagetier. Regelmäßig kommt es zu Konflikten mit Landwirten, Grundstückseigentümern oder Betreibern sensibler Infrastruktur. Wenn beispielsweise die Biberdämme Felder überfluten oder Bäume an beliebten Spazierwegen durch den Biber gefällt werden und über den Weg fallen, stößt das nachvollziehbarerweise auf Unmut.

Die ehrenamtlichen Biberbetreuer beobachten in ihrem Biberbereich alle aktuellen Aktivitäten des Bibers. Mal geht es darum, neue Dämme und Biberburgen eines Biberreviers zu kartieren, mal um die Aufnahme potenzieller Konfliktbereiche.

Von dieser Arbeit profitieren Biber und Mensch gleichzeitig, denn Konfliktpotenzial wird frühzeitig erkannt und kann rechtzeitig behoben werden. Als Vermittler zwischen Mensch und Tier ist es eine weitere Aufgabe des amtlichen Biberbetreuers, die positiven Auswirkungen des Bibers auf die Natur zu kommunizieren. „Es geht darum, Verständnis für diese streng geschützte Art zu vermitteln“, erklärt der Naturschutzförster des Forstamts, „Wenn man den Betroffenen vor Ort erklärt, wie wertvoll der Biber für die Natur ist und ihnen lösungsorientiert gegenübersteht, ändert sich meist ihre skeptische Einstellung.“

Oft reicht es, vorbeugende Maßnahmen durchzuführen. Präventiv wirken Drahtmanschetten, die an nagegefährdeten Bäumen angebracht werden oder die Umrüstung von Zäunen an Privatgrund-stücken. In anderen Fällen müssen in enger Abstimmung mit dem Forstamt, dem Bibermanager des Regierungspräsidiums Darmstadt, der Unteren Wasser- und der Unteren Naturschutzbehörde individuelle Maßnahmen entwickelt werden, immer im Einklang mit Mensch und Tier. Eine Aufgabe voller Herausforderungen.

Für Forstmann Keller ist klar: „Der Biber ist eine Schlüsselart für die Biodiversität. Seine Aktivitäten schaffen Lebensraum für viele Arten.“ Doch auch der Austausch mit Menschen bereichert ihn: „Mich freut es besonders, wenn aus der anfänglichen Skepsis manchmal Begeisterung für den Biber erwächst.“

Ein Aufruf an Naturfreunde:

Das Forstamt Hanau-Wolfgang sucht engagierte Menschen, die sich für den Biber einsetzen. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, das Forstamt bei seiner Arbeit zu unterstützen. Das Engagement vor Ort wird jederzeit von den zuständigen Behörden unterstützt. Wer Interesse daran hat, selbst aktiv zu werden oder mehr über die Arbeit des ehrenamtlichen Biberbetreuers zu erfahren, kann sich direkt an das Forstamt in Hanau wenden.

 

Auf dem Foto: Der amtliche Biberbetreuer des Forstamts Hanau-Wolfgang, Claus Keller, bei der Kartierung einer Biberburg in Rodenbach

Foto: Forstamt

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