(sf/ea) – Anfang Dezember war es endlich soweit. Nachdem schon vorab telefoniert und Nachrichten ausgetauscht wurden, kam es zum ersten persönlichen Kennenlernen zwischen der 16-jährigen Isabella und ihrer Gastfamilie. Isabella nahm gemeinsam mit über 40 Schülerinnen und Schülern an einem Schüleraustausch teil.
In ihrem Heimatland Chile besucht sie die 10. Klasse einer deutschen Schule im Süden des Landes in der Hafenstadt Puerto Montt und nutzte nun ihre 3-monatigen Sommerferien, um Deutschland und Teile Europas kennenzulernen.
Seit dem Kindergarten sind Isabella und ihre Mitschüler mit der deutschen Sprache vertraut. Seit der ersten Klasse haben sie bis zu 6 Stunden in der Woche Deutschunterricht. Die Möglichkeit, die Sprachkenntnisse in einer Prüfung unter Beweis zu stellen, besteht schon seit Jahren, gemeinsam mit Mitschülern nach Deutschland zu reisen und die Kenntnisse vor Ort anzuwenden, besteht erst seit dem Schuljahr 2024. Isabella und der Hauptteil ihres Jahrganges gingen den mutigen und großen Schritt und ließen sich auf diese Reise ein. Für viele stand erst kurz vor Abflug fest, wo in Deutschland sie unterkommen werden. Die Aufregung war riesig, die Neugier jedoch auch und so flogen sie in mehreren Gruppen nach Deutschland, verbrachten ein Vorbereitungswochenende in Frankfurt und reisten dann weiter zu ihren Gastfamilien.
Isabella wurde direkt in der Jugendherberge in Frankfurt von ihrer ersten Gastfamilie abgeholt. Direkt ein Tag nach ihrem Einzug, hatte Isabella ihren ersten Schultag an einer Hanauer Schule. Dort konnte sie während ihres Besuches einzelne Kontakte knüpfen und eine neue Freundin gewinnen.
Als Isabellas Gastfamilien im Sommer letzten Jahres von dem Projekt Schüleraustausch erfuhren, waren sie direkt begeistert, interessiert und schnell war die Entscheidung gefallen Isabella aufzunehmen. Direkt nach ihrem Ankommen konnte Isabella die Weihnachtszeit gemeinsam mit ihrer ersten Gastfamilie mit all ihren Vorzügen, wie Weihnachtsmarktbesuchen, dem Aussuchen des Weihnachtsbaumes, dekorieren und das familiäre Weihnachtsfest genießen. Am Wochenende standen Ausflüge nach Heidelberg, Düsseldorf und Aschaffenburg auf dem Programm, um Isabella viel von ihrer Umgebung, aber auch von Deutschland zu zeigen. Isabella hatte die Möglichkeit, Freunde und enge Verwandte ihrer Gastfamilie kennenzulernen und wurde mit ganzem Herzen integriert. Da beide Familien befreundet sind, wurde Silvester gemeinsam gefeiert und kurz darauf wechselte Isabella in ihre zweite Familie nach Erlensee.
Zum Glück hielten die Winterferien noch etwas an, sodass die ersten gemeinsamen Reisen unternommen wurden und nun der Süden von Deutschland und der Heimatort ihrer zweiten Gastmama erkundet wurden. Isabella konnte neben der Sprache, die sie aufgrund ihrer deutschen Wurzeln schon sehr sicher spricht, auch den Alltag in Deutschland kennenlernen. Nach den Winterferien ging es zurück in die Schule, am Nachmittag stand oft Volleyball oder Tennis auf dem Programm. Die Wochenenden wurden für gemeinsame Ausflüge genutzt oder Isabella besuchte Freunde aus Chile, die ebenfalls im Frankfurter Raum gelebt haben.
Am Ende des Schüleraustausches besuchte ich Isabella bei ihrer zweiten Gastfamilie in Erlensee und strahlend berichtete sie mir von ihrer Zeit in Deutschland. Von der herzlichen Art ihrer Gastfamilien, wie schnell sie sich eingewöhnt hat und Vertrauen aufbauen konnte. Anfänglich hatte sie etwas Angst, dass ihre Sprachkenntnisse nicht ausreichen würden, doch diese Ängste waren mit dem Ankommen in der ersten Familie wie weggeflogen. Besonders dankbar ist sie für all die Ausflüge und das Kennenlernen der „Großeltern“ und der größeren Verwandtschaft. Als besonderes Ereignis erlebte Isabella den Besuch der Universität in Heidelberg. Sie würde gerne ihren Traum von einem Studium in Deutschland verwirklichen und konnte in Heidelberg schon erste Kontakte knüpfen. Da Isabella Schülerin einer deutschen Schule ist, hat sie die Möglichkeit, bei einer guten Abschlussprüfung und einem bestandenen Sprachdiplom nach Deutschland zu ziehen und hier zu studieren.
Nach aufregenden und ereignisreichen 10 Wochen hieß es vor ein paar Tagen, Abschied nehmen. Gemeinsam mit zwei Freunden aus Chile reiste Isabella noch quer durch Europa. Städte wie Berlin, Prag, Wien und München lagen auf ihrer Route und waren ein ganz besonderer Abschluss. Mit schönen und positiven Erinnerungen im Gepäck und dankbar für diese unvergessliche Zeit ist Isabella vor ein paar Tagen in den Flieger zurück an’s andere Ende der Welt gestiegen. Ihre Gastfamilien haben sie am Flughafen verabschiedet und mir berichtet, wie schnell sie sie ins Herz geschlossen haben und wie einfach es ihnen gefallen ist, sie in ihre Familie zu integrieren. Sie empfanden es als Bereicherung für ihre Freundschaft gemeinsam am Projekt teilzunehmen, die Möglichkeit zu nutzen sowohl Sprache als auch Kultur von Isabella näher kennenzulernen und den Alltag mit ihr zu teilen.
Nun beginnt 13.000 km von hier entfernt das neue Schuljahr in Chile. Der Schüleraustausch findet auch im Schuljahr 2025 wieder statt. Nun suche ich erneut Gastfamilien, die einer Schülerin oder einem Schüler aus der deutschen Schule Puerto Montt ein Zuhause auf Zeit schenken möchten. Diesmal suche ich für den Zeitraum Mitte Januar bis Ende Februar 2026 Gastfamilien. Spanischkenntnisse sind keine Voraussetzung, bei Interesse schreiben Sie mich gerne an:
Sina Freund
Mail: schueleraustausch@ialeman.cl
Handy: 0177/2738820
Ein großes Dankeschön an die beiden Familien, die Isabella so herzlich aufgenommen und die ihr so viel ermöglicht haben. Ein Projekt wie dieses kann nur gelingen, wenn es so emphatische und weltoffene Menschen gibt wie euch.
Bericht: Sina Freund
Foto: Privat
