Mehr Angebotsvielfalt und weniger Leerstand: Erlenseer Innenstadtkonzept vorgestellt

(mr/ea) – Grüner, attraktiver, mit mehr Angebotsvielfalt und Sitzmöglichkeiten – für Erlensees Innenstadt wurden bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses zahlreiche denkbare Maßnahmen vorgestellt. Dafür wurden in einem Konzept die Potenziale und Defizite der Stadt herausgearbeitet.

Wie kann die Innenstadt zukünftig mehr Aufenthaltsqualität bieten? Um diese Frage drehte sich das Erlensser Innenstadtkonzept, das Stadtplanerin Marie Gunst von bb22 Architekten präsentierte. Genauer beleuchtet wurden dafür der Rathausplatz, die ehemalige Kita am Rathaus, das „Bittner-Gebäude“ und der Vorplatz der Georg-Büchner-Schule.

Auch ein Fuß- und Radwegenetz ist in der Planung enthalten. So soll Erlensee fahrradfreundlicher werden. Dabei werde auch über die Einrichtung von Fahrradstraßen nachgedacht.  „Das Konzept liegt vor, jetzt gilt es, etwas daraus zu machen“, sagte Bürgermeister Stefan Erb.

Was ist eine Fahrradstraße?

In Fahrradstraßen dürfen nur Fahrräder und E-Scooter fahren. Jedoch können in diesen Straßen durch Zusatzschilder auch Autos und Motorräder zugelassen werden. Dabei gilt: Radfahrer haben Priorität und dürfen nebeneinander fahren.

Rathausplatz: grün und nass

Für den Rathausplatz sieht das Konzept mehr Grün-Elemente und Sitzmöglichkeiten vor. Ebenso sei eine Ausweitung des Projektes „Essbare Stadt“ denkbar. So soll eine höhere Aufenthaltsqualität geschaffen werden.

Für ein besseres Klima in der Stadt sollen Wasserelemente sinnvoll eingesetzt werden. Durch Springbrunnen könnte so ein besserer Kühlungseffekt für heiße Sommertage geschaffen werden.

Dabei kam auch die Frage auf, ob für das Rathaus eine multifunktionale Verwendung vorgesehen sei. Dies wurde in Betracht gezogen, könne aber aus Platzgründen nicht gänzlich umgesetzt werden, hieß es als Antwort. Denn das Rathaus werde kernsaniert, am Grundriss ändere sich auch danach nichts. Zumal der Platz, der durch die Aufstockung über dem Sitzungszimmer gewonnen werde, für Büros der Rathaus-Abteilungen benötigt werde.

Für mehr Sicherheit im Erlenpark soll ein Beleuchtungskonzept sorgen. Um die Tiere in der Dämmerung nicht zu beeinträchtigen, werde hier über Bewegungssensoren oder eine Bodenbeleuchtung nachgedacht.

Cafés im Bittner-Gebäude?

Für den Fall, dass das sogenannte Bittner-Gebäude veräußert werde, wolle die Stadt auch hier ein Nutzungskonzept vorlegen. So eigne sich das obere Geschoss für Wohnraum und Co-Working-Space, das untere Geschoss könnte als Ladenzeile mit Cafés und Popup-Stores angelegt werden.

Ohne große Wartezeit könnte das alte Kita-Gebäude am Rathaus umgenutzt werden. Auch hier könne nach dem Konzept des Stadtplanungsbüros ein Café sowie Raum für Co-Working geschaffen werden. Denkbar seien hier auch Treffpunkte ohne Konsumverpflichtung, wie ein BürgerInnen-Zentrum oder ein Jugendtreff. Dafür könnten auch die Spielfläche sowie der Baumbestand erhalten bleiben. Langfristig wird bei diesem Gebäude jedoch ein Sanierungsbedarf entstehen.

Für die bald freiwerdende Fläche vor der Georg-Büchner-Schule ist ein Begrünungskonzept mit Urban Gardening angedacht. Die Straße vor dem Schulgelände könne zudem mit Bemalung entschleunigt werden.

Mehr Restaurants gewünscht

Bemängelt wurde am Konzept die geringe Vielfalt der Gastronomie. „Wir brauchen nicht nur Cafés, sondern auch Restaurants“, war aus den Reihen der interessierten Gäste zu hören. Dem wurde jedoch mit der schwierigen Situation der Gastronomie und fehlender Rentabilität für Betreiber begegnet. Immerhin sei die Stadt bereits für den Limespark länger auf der Suche nach einem Betreiber für eine Lokalität. Das Konzept sei auch für andere Nutzungsmöglichkeiten offen.

Wie soll es nun weitergehen?

Bürgermeister Erb erklärte, dass die Stadtverordneten das Hauptziel festlegen und die einzelnen Maßnahmen beleuchten müssen. Denn das Konzept habe nicht den Auftrag gehabt, die Möglichkeiten des städtischen Haushalts mit einzubeziehen.

„Es gibt Projekte, die sind schnell umsetzbar – auch und besonders unter Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger. Anderes ist langfristig denkbar.“ Das vorgestellte Ergebnis sei zudem nicht in Stein gemeißelt. Es könne noch weiter ausgearbeitet und verändert werden.

 

Bericht: Michèle Richter

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