Der Erlenseer Ausländerbeirat teilt mit: „Die Spatzen pfeifen es vom Dach!“

(pm/ea) – Wie schon in der Presse bekannt wurde, hat Landrat Thorsten Stolz bereits eine Klage gegen das Land Hessen eingereicht. Es geht dabei um die unzureichende Finanzierung und den Verteilerschlüssel für die aufzunehmenden Flüchtlinge im Kreis. Das belastet logischerweise auch den Haushalt der Stadt Erlensee.

Trotz der angespannten Finanzlage hat auch Bürgermeister Stefan Erb einen großen, positiven Anteil für diese Menschen geleistet, wie der Ausländerbeirat mitteilt.

In der Mitteilung heißt es weiter:

„Wir unterrichten in der Beethovenstraße bereits seit April die Asylbewerber mit einem „Startup Deutsch Unterricht“ von durchschnittlich 8 Stunden pro Woche. Es werden die Grundlagen der deutschen Sprache vermittelt. Leider ist die Finanzierung noch nicht ausreichend und es fehlen Personen/Lehrkräfte, die das leisten wollen und können. Es ist nicht leicht, diesen Schutzsuchenden eine ihnen unbekannte Sprache beizubringen, insbesondere wenn es um die Grammatik geht. Wir können hier nur bedingt unterstützen, um die verschiedenen Kulturen zusammen zu bringen und auf ein minimales Niveau zu heben, bis es dann möglich ist, diesen Personenkreis den offiziellen Trägern (VHS und andere) zuzuführen. Wir sehen derzeit eine völlige Überlastung der Volkshochschulen und der anderen Institutionen.

Die Schutzsuchenden sind mehrheitlich gewillt, schnell die deutsche Sprache zu erlernen. Dennoch kann ich hier nur davor warnen, zu glauben das sei alles in kurzer Zeit zu erreichen. Nein, sage ich als freiberuflicher Lehrer und Ehemann einer Kenianerin. Es braucht mindestens ein bis zwei Jahre, um die Anforderungen der internationalen Richtlinien nach dem Goetheinstitut für die jeweiligen Zertifizierungen von A1, B1 und B2 zu bestehen. Diese Prüfungen sollten aus unserer Sicht ebenfalls überarbeitet werden.

So bestehen die Prüfungen aus drei Teilen. „Hören und Lesen“ – „Schreiben“ – „Sprechen“. In jedem Prüfungsteil kann man jeweils das höhere Zertifikat erhalten. Wenn aber nur ein Teil nicht erreicht wird, ist es derzeit nur möglich, den gesamten Kurs (z.B. A2) zu wiederholen anstatt eines Teilbereiches um diesen möglichst schnell und unkompliziert erneut prüfen zu lassen.

Sämtliche Prüfungen werden durch ein Unternehmen in Gesamtdeutschland durchgeführt und von der BAMF in Nürnberg beauftragt. Solche vollständigen Wiederholungen kosten Zeit, Geld und binden Lehrkräfte. Es wird zunehmend immer schwerer, Prüfungstermine im Umkreis zu finden die möglichst unmittelbar an das Erlernte anschließen. Die Gemeinden, Kommunen, Landkreise usw. sind an ihrem Limit und das in jeder Beziehung.

Wir, der Ausländerbeirat der Stadt Erlensee, suchen daher Unterstützer, auch in den Reihen derer, die selbst einmal vor Jahren mit diesen Problemen konfrontiert waren und mittlerweile voll im Arbeitsleben stehen“, so Jürgen Lang, Schriftführer des Ausländerbeirats der Stadt Erlensee.

Auf den Fotos: Deutschunterricht in der Beethovenstraße, Ali El-Fadghan und Jürgen Lang als Lehrer „Startup Deutsch Unterricht“

Fotos: PM

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