Gemeinschaftseinrichtung für Flüchtlinge wird in Kürze bezogen

(ms/ea) – Die als Gemeinschaftseinrichtung für Flüchtlinge dienende Containeranlage vor dem früheren Main-Gate des Fliegerhorstes wird in wenigen Tagen ihren Betrieb aufnehmen. Landrat Thorsten Stolz sprach auf einer Pressekonferenz vor Ort angesichts der Anstrengungen zur Unterbringung von Flüchtlingen von einer insgesamt „sehr herausfordernden Situation“.

Auf dem Gelände haben der Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Erlensee mit zwei Containeranlagen Wohnraum für insgesamt etwa 160 Asylsuchende und Geflüchtete geschaffen. Dabei sollen auch Synergieeffekte hinsichtlich räumlicher, struktureller und personeller Art genutzt werden.

v.l.: Bürgermeister Stefan Erb, Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler

Landrat Thorsten Stolz informierte darüber, dass dies nun bereits die 15. vom Kreis betriebene Gemeinschaftsunterkunft sei und betonte angesichts des andauernden Zustroms von Flüchtlingen, dass hinsichtlich der Unterbringung eine sehr herausfordernde Situation bestünde. Der Kreis sei nach wie vor angehalten, weitere Unterkünfte zu errichten.

Mit diesen Gemeinschaftsunterkünften werde als sogenannter Zwischenpuffer Druck von den Kommunen genommen, die zeitversetzt den Menschen schließlich Wohnraum zur Verfügung stellen müssten. Dabei benötigten die Kommunen dringend Entlastung von Seiten des Landes und des Bundes. „Die kommunale Familie darf nicht als Bittsteller behandelt werden“, so der Landrat unter Hinweis auf die vom Kreis angestrebte Normenkontrollklage gegen das Land Hessen hinsichtlich der Verteilung von Flüchtlingen. Die geltenden Verteilungsquoten bezeichnete er als falsch und forderte eine angemessene finanzielle Ausstattung, denn schließlich übernehme man hoheitliche Aufgaben. So sei der Kreis allein im letzten Jahr mit den Kosten von rund 20 Mio sowohl vom Land als auch vom Bund im Stich gelassen worden.

Im Jahr 2022 wurden 9200 Geflüchtete und Asylsuchende im Main-Kinzig-Kreis betreut, wie Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Susanne Simmler berichtete. Aktuell seien in diesem Jahr bis jetzt 1200 aufgenommen worden. Wie die Zuweisungen erfolgen, lasse sich nicht im Voraus abschätzen, so seien beispielsweise im Dezember letzten Jahres zeitweise 160 Menschen pro Tag gekommen. Die nächste Gemeinschaftsunterkunft, eine Halle in Maintal, stehe kurz vor der Eröffnung.

Für Erlensee ist die Containeranlage die erste ihrer Art, informierte Bürgermeister Stefan Erb. Zuvor seien bereits 70 Wohnungen im Stadtgebiet für die Unterbringung von Geflüchteten und Asylsuchenden angemietet worden. Außerdem seien ein früheres Hotel und seit kurzen eine frühere private Sporthalle als Gemeinschaftsunterkunft eingerichtet worden. Er bedauerte, dass die Integration der Menschen derzeit nicht geleistet werden könne, da man mit einem hohen Arbeitsaufwand beschäftigt sei, den dringenden Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten zu decken. Die Situation sei sehr belastend, zumal auch Proteste aus der Bevölkerung spürbar würden.

Sowohl die Kreisspitze als auch Bürgermeister Stefan Erb gaben zu bedenken, dass man nicht nur auf die Zahlen der Neuzugänge schauen dürfe, da die bereits angekommenen Menschen hier bleiben und wohnen würden. Der Wohnraum sei jedoch sehr begrenzt, daher müsse man auf solche Lösungen wie die Gemeinschaftsunterkunft in Form einer Containeranlage setzen.

Dass es sich hierbei nicht um Luxus handelt und für dauerhaftes Wohnen geeignet ist, sondern lediglich zur Vermeidung von Obdachlosigkeit dient, davon konnten sich die Pressevertreter beim anschließenden Rundgang überzeugen.

Blick in einen Flur der Containeranlage:

Die Container sind als 2-Personen-Wohnkabinen ausgestattet:

In den von Erlensee angemieteten Containern sind auch 4-Personen-Wohnkabinen für Familien eingerichtet, wie Wolfgang Rittershauß, persönlicher Referent von Bürgermeister Stefan Erb, zeigte:

Zu den  Wohncontainern kommen solche, die als Küchen-, Sanitär- und Waschmaschinenbereiche ausgerüstet sind sowie ein zentraler Büro- und Aufenthaltsbereich dazu, der von Erlensee und dem Kreis gemeinsam genutzt wird.

Auf dem Titelfoto: In weiß die von der Stadt Erlensee angemieteten, in gelb die vom Main-Kinzig-Kreis gebauten und betriebenen Container

Bericht: Markus Sommerfeld

Fotos: Benjamin Thoran, Markus Sommerfeld

Anzeige

Sparkassen-BeratungsCenter Großauheim und Steinheim spendeten 8.500 Euro aus PS-Los-Zweckertrag an 19 Vereine

Unter dem Motto „Gemütliches Beisammensein zum gegenseitigen Kennenlernen und Netzwerken“ fand für zahlreiche Vereine aus Großauheim und Steinheim die jährliche Spendenvergabe aus dem PS-Zweckertrag der Sparkasse Hanau statt. Diesmal traf man sich im Haus der StrassenEngel, um sich in geselliger Runde über einen Geldbetrag aus dem PS-Los-Sparen zu freuen und über die Vereinsarbeit auszutauschen.

Weiterlesen