(pm/ea) – Vor kurzem lud die „Partnerschaft für Demokratie!“ Erlensee & Rodenbach, die Jüdisch Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland und die Rodenbacher Integrationskommission die Erlenseer & Rodenbacher Bürger zu einer Exkursion der alten Synagoge in den „Hochbunker“ an der Friedberger Landstraße in Frankfurt ein.
Nach Zerstörung der Synagoge während der Reichspogromnacht wurde von den Nationalsozialisten auf dem Gelände der traditionsreichen Synagoge ein Bunker errichtet, welcher seit vielen Jahren ein jüdisches Museum ist. Unter der Leitung des Vorsitzenden der Jüdisch Chassidische Kultusgemeinde Breslev Deutschland Niko Deeg und dem Fotografen Rafael Herlich wurden die knapp 30 Teilnehmenden aus Erlensee & Rodenbach durch den ehemaligen Bunker geführt. Dort konnten sich die Besucher Berichte von Zeitzeugen über den Terror der Diktatur, der systematischen Diskriminierung und Vernichtung jüdischen Lebens durchlesen und Videosequenzen auf sich wirken lassen.
Ein Herzstück des Bunkers ist die Bildausstellung des Fotografen Rafael Herlich. Dieser stellte den Teilnehmenden seine Ausstellung über jüdisches Leben in Deutschland vor und zeigte die vielfältigen Facetten jüdischen Lebens auf. Dabei wurde den Teilnehmenden verdeutlicht, dass das jüdische Leben trotz Vertreibung und Vernichtung weiter existiert.
Niko Deeg zeigte sich beeindruckt über die Ausstellung. „Es ist wichtig, den schrecklichen Ereignissen zu Gedenken und uns die Ausmaße von Antisemitismus, beziehungsweise Judenhass wie man es auch nennen kann, bewusst zu machen. Antisemitismus ist knapp 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges weiterhin ein Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Viele Menschen jüdischen Glaubens sind regelmäßig Opfer von Anfeindung und trauen sich nicht ihre Kippa außerhalb der Synagoge aufzuziehen. Umso wichtiger ist es das Leben heute lebender Juden und Jüdinnen in den Mittelpunkt unserer Betrachtung zu setzen und den Reichtum jüdischer Traditionen wertzuschätzen. Mit dieser Ausstellung wollen wir uns dafür einsetzen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit abzubauen und positiv nach vorne zu blicken.“
Die Co-Vorsitzende der Integrationskommission, Claudia Feit, Niko Deeg und das gesamte Team der Partnerschaft für Demokratie Erlensee und Rodenbach wünschen allen Bürgerinnen und Bürgern ein gesundes und friedvolles Weihnachtsfest. „Wir freuen uns auf die weitere gemeinsame Arbeit, laden herzlich dazu ein und setzen uns auch 2023 mit voller Kraft und Kreativität für eine solidarische Gesellschaft ein“, betonen alle gemeinsam.
Auf Grund des großen Interesses an der Fahrt wird die Exkursion mit großer Wahrscheinlichkeit im Jahr 2023 wiederholt. Informationen hierzu werden rechtzeitig über verschiedene Kanäle veröffentlicht.
Die „Partnerschaft für Demokratie!“ wird im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ durch das Bundesfamilienministerium gefördert“. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
Auf dem Foto (v.l.): Rafael Herlich, Niko Deeg, Anita Losch, Claudia Feit, Niklas Schäfer
Foto: PM
