In einem Leserbrief kritisiert Heinz Hunn die Schulpolitik des Main-Kinzig-Kreises.
Der Kreis ist und war nicht in der Lage, eine sich deutlich absehbare Entwicklung in Sachen neue Grundschule umzusetzen. Es stimmt schlicht und einfach nicht, dass erst seit Mitte 2021 dem Kreis bekannt ist, dass weiterer Bedarf in Erlensee besteht. Alle und ich betone alle Kinder, welche heute und jetzt einen Grundschulplatz in Erlensee brauchen, wurden vor 6 bis 7 Jahren geboren und sind schon mindestens 3 Jahre in den Kindertagesstätten. Auch wenn noch einige mit dem Bauboom nach Erlensee dazu gezogen sind.
Hier wurde nicht die Entwicklung verschlafen, nein hier wurde sich bewusst und sehenden Auges nicht beraten, entschieden und schon gar nicht entwickelt. Spätestens mit dem Start der Langendiebacher Grundschule 2018 in den Ganztag läuft in der gesamten Stadt, beim Schulträger und beim staatlichen Schulamt die Diskussion um die Grundschulentwicklung in Erlensee.
Schon der erste Entwurf zum Schulentwicklungsplan in 2020 wies einen erheblichen Mehrbedarf an Grundschulplätzen aus, auch hier war kein Ansatz dies mit einer weiteren Grundschule zu regulieren, schon hier wurde nur mit provisorischen Lösungen gedacht und nicht gehandelt. Spätestens im Dezember 2020 wurden in einer konsolidierenden Sitzung in Gelnhausen zwischen dem Schuldezernenten Herrn Ottmann, dem Bürgermeister Erb und mir das Erfordernis für mehr Grundschulplätze mit den aktualisierten Zahlen voll transparent.
Jetzt darauf zu verweisen, dass in der Stadtmitte der Sozialraum für die Erweiterung bzw. Ablösung der jetzigen Grundschule zu eng sei, ist unverfroren. Schon seit Jahrzenten arbeiten die Integrierte Gesamtschule und die dreizügige Grundschule eng nebeneinander in diesem Sozialraum. Seit Jahren betreibt die Stadt hier ihr Hort-Haus und hat in die Containerlösung vor der Gesamtschule investiert. Auch dass die provisorischen Schulcontainer Lösungen in diesen „zu engen Sozialraum“ geplant werden, hat bis dato weder der Kreis noch das staatliche Schulamt bemängelt, nein es wird bewusst in Kauf genommen. In diesen „zu engen Sozialraum“ wurde bisher die Kita Rathaus betrieben, ein Altenpflegheim errichtet, wurde neuer barrierefreier Wohnraum geschaffen, werden auf engstem Raum neue Häuser gebaut, die neue Mitte wurde erschlossen, der Festplatz bebaut, hat die Stadt neue Baugebiete ausgewiesen und wurden bebaut und es ist noch ein Ende zu erkennen. Jetzt wird die Waldsiedlung saniert und um 160 weitere Wohneinheiten erweitert.
Die besten Gelegenheiten, Flächen für eine zukunftsorientierte Grundschulentwicklung zu sichern, hat man grob fahrlässig nicht genutzt. Da könnte man sich eine ordentliche Scheibe der Wohnbaupolitik in Österreich abschneiden, hier werden nicht nur auskömmliche Flächen zur Wohnraumgewinnung mit bezahlbaren Mieten von der öffentlichen Hand sichergestellt und vorgehalten, nein hier werden dann auch entsprechende Flächen für die öffentliche Daseinsvorsorge von vornherein mitgedacht und die Entwicklung sichergestellt.
Hier wird der Stadtentwicklung und der Entscheidung junger Familien nach Erlensee zu ziehen vom Mai-Kinzig-Kreis nicht Rechnung getragen.
Heinz Hunn
Trägerverein Pakt für den Nachmittag an der Grundschule Langendiebach: Leben mit Kindern in Erlensee e.V.
Erlensee
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