Katzenschutz: „Die Politik ist gefragt!“

(pm/ea) – „Wenn andere Maßnahmen nicht greifen, ist die Politik gefragt – so sagt es das Gesetz zum Katzenschutz. In der Praxis sieht es anders aus, denn auf dem „Katzenschutz-Ohr“ ist die Lokalpolitik vielerorts erstaunlich taub. In Erlensee ist es nicht viel anders“, so die bundesweit tätige Organisation „Politik für die Katz’“ in einer Pressemitteilung.

Die Organisation hofft „auf Einsicht bei den lokalen Politikern“ und schreibt weiter:

„Anträge auf eine Katzenschutzverordnung an die Stadtverordnetenversammlung erhielten bisher keinen ausreichenden Zuspruch. Dabei engagieren sich in Erlensee seit Jahren Menschen für den Katzenschutz , um das Leid der Straßenkatzen zu verringern. Immer wieder fangen sie verwilderte Hauskatzen, sogenannte Wildlinge, und lassen sie kastrieren. Zudem weist die Stadt Erlensee ihre Bürgernnen und Bürgern alljährlich auf die Vorteile der Kastration der Freigängerkatzen hin. In den vergangenen 3 Jahren wurden in Erlensee 65 verwilderte, unkastrierte Hauskatzen gefangen. 6 davon mussten eingeschläfert werden, weil sie schwer und unheilbar krank waren. So ist es klar: Die bisherigen Maßnahmen – Öffentlichkeitsarbeit und Wildlingskastration – reichen nicht aus.

Es ist für den ehrenamtlich engagierten Tierschutz unmöglich, alle Wildlinge zu fangen. Daher sind ihre Bemühungen um verwilderte Hauskatzen nur bedingt nachhaltig, insbesondere wenn Katzenbesitzer ihre Samtpfoten unkastriert auf den Ausflug ins Freie ziehen lassen. Hier muss nun angesetzt werden: Der nächste logische Schritt für den praktizierten Tierschutz ist die Umsetzung einer Katzenschutzverordnung in Erlensee. Das bedeutet, dass Freigänger-Katzen auch dort kastriert, gekennzeichnet und registriert sein müssen.

Aktuell haben Wächtersbach, Nidderau und Bruchköbel Katzenschutzverordnungen verabschiedet. Keine dieser Kommunen rechnet mit nennenswertem Kosten- oder Personalaufwand. Grundlage dieser Einschätzung sind Erfahrungen in anderen hessischen Kommunen.

Wichtig zu wissen ist, dass sich die meisten Katzenhalter bereits gut um ihre Schützlinge kümmern, so dass eine Katzenschutzverordnung lediglich die schwarzen Schafe betrifft. Warum das wichtig ist, erläutert Anke Feil von der Initiative „Politik für die Katz'“:

„Viele kastrierte Freigänger-Katzen sind eben nicht ausreichend. Aus nur zwei können durch die Verpaarung innerhalb eines Jahres 12 Katzen entstehen. Krankheit, Inzucht und Leid sind da vorprogrammiert, insbesondere wenn diese Tiere verwildert leben. Überfüllte Tierheime sind schon heute Gang und Gäbe, denn man weiß vielerorts nicht mehr, wohin mit dem Katzen-Nachwuchs. In den einschlägigen Foren ist alljährlich das Wort „Katzenschwemme“ das am häufigsten gebrauchte.“

Dabei seien es oft nur wenige uneinsichtige Katzenhalter, die durch ihre unkastrierten Freigänger für die Katzenschwemmen verantwortlich seien, so Feil. In sogenannten Hotspots vermehren sich verwilderte Katzen unkontrolliert. Das Leid folgt dann auf den Fuß. Dem Staatsziel „Tierwohl“ gerecht werdend, hat der Gesetzgeber daher einen Gesetzesrahmen für etwas Katzenschutz geschaffen, den in Hessen die Kommunen lokal umsetzen können — so auch Erlensee.

Nun müssen Lokalpolitiker sich häufig mit vielen verschiedenen Themen auseinandersetzen. Erfahrungsgemäß steht der Tierschutz bei ihnen nicht an Nummer 1 der Liste der beliebtesten Tätigkeiten. Daher stoßen Tierschützer mit ihrem Anliegen für eine Regelung zum Katzenschutz häufig auf taube Ohren. Das ist unverständlich, denn mit einer solchen Verordnung haben Lokalpolitiker die Möglichkeit, direkt auf das Staatsziel „Tierwohl“ hinzuwirken. Zudem werden die öffentlichen Kassen entlastet: Kürzere Verweildauern von Fundtieren in Tierheimen bedeuten weniger Kosten für die Kommunen.

Wir appellieren an die Verantwortlichen der Stadt Erlensee, den Tierschutzgedanken zu leben und eine Katzenschutzverordnung zeitnah umzusetzen. Bundesweit haben diesen Schritt bereits über 1000 Kommunen getan“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.

 

„Politik für die Katz’“ ist eine bundesweit tätige private und nicht-kommerzielle Organisation. Ziel ist es, das komplexe Thema Katzenschutz für diejenigen aufzubereiten, die sich für eine Katzenschutzverordnung in ihrer Kommune einsetzen.
„Politik für die Katz'“ unterstützt lokale Initiativen bei Einführung einer Katzenschutzverordnung. Das wird umgesetzt durch die Bereitstellung von verständlich aufbereitetem Grundlagenwissen und verstärkter Öffenlichkeitsarbeit.
„Politik für die Katz'“ ist politisch unabhängig.

Im Internet ist die Organisation unter https://politik-fuer-die-katz.de zu finden.

Foto: PM

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