„Wie geht es weiter mit dem Erlenseer Rathaus?“ – Erlensee Aktuell hat bei den Fraktionen nachgefragt

(ms/ea) – Auf der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag soll über die Zukunft des Erlenseer Rathauses entschieden werden. Erlensee Aktuell hat im Vorfeld Bündnis 90 / Die Grünen, CDU und SPD um Stellungnahme gebeten, für welche Optionen – Kernsanierung oder Neubau – sie votieren wollen.

Eine Vergleichsanalyse der verschiedenen Varianten hatte die Kernsanierung als optimale Lösung ergeben. Der darauf aufbauenden Empfehlung des Magistrats, das Rathaus auf dem jetzigen Standort kernzusanieren, folgten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Bau- und Umweltausschusses auf ihrer gemeinsamen Sitzung am 8. November einstimmig.

Die endgültige Beschlussfassung soll am Donnerstag, 18. November, um 19.30 Uhr, auf der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung erfolgen.

„Wie stehen die einzelnen Fraktionen dazu? Wo sehen sie eventuellen Diskussionsbedarf?“ – Erlensee Aktuell hat diesebzüglich die Fraktionen um Stellungnahme gebeten.

Für die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen ist eine Kernsanierung unumgänglich:

„Es ist schon bedauerlich, dass ein Gebäude bereits nach 50 Jahren sein Nutzungsende erreicht hat. Wie uns aber die Fachleute erklären, sei das bei dieser Bauart durchaus üblich und nicht überraschend,“ so Fraktionsvorsitzende Renate Tonecker-Bös.

Allerdings sei auch nach Ansicht der Fraktion der Grünen eine Kernsanierung des Rathauses unumgänglich: „Das Rathaus in der jetzigen Form ist eine Energieschleuder und entspricht in keiner Weise den aktuellen energetischen und ökologischen Standards oder arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben. Wir begrüßen die Kernsanierung des Rathauses und freuen uns, dass es keinen Neubau am gleichen Ort oder auf der „grünen Wiese“ am Ortsrand geben soll. Kernsanierung bedeutet, dass das Betonskelett des Gebäudes erhalten bleibt. Damit werden sowohl der Ressourcenverbrauch verringert als auch die CO2-Bilanz der Rathauserneuerung verbessert. Die Fraktion der Grünen erwartet, dass das neue kernsanierte Rathaus den heutigen nachhaltigen und ökologischen Anforderungen entsprechen wird.“

Ein bürgerfreundliches Dienstleistungszentrum mit ausreichend vielen Arbeits- und Besprechungsplätzen werde nach Ansicht der Grünen darüber hinaus benötigt. „Der neu geplante Sitzungssaal soll über einen separaten Eingang verfügen. Damit sind auch kulturelle Veranstaltungen über die Gremiensitzungen hinaus möglich. Dies könnte eine Erweiterung unseres kulturellen Angebotes bedeuten. Insbesondere die Kernsanierung und die Beachtung aller ökologischen und energetischen Ziele sind für uns Grüne unverzichtbar. Hierzu zählt die Errichtung einer Photovoltaikanlage ebenso wie die Entscheidung für eine umweltfreundliche Heizenergie. Auch über die Nutzung von Regenwasser als Brauchwasserkreislauf sollte nachgedacht werden und diese, wo immer möglich, umgesetzt werden“, so Michael Seidel und Oliver Gernand, Mitglieder im Bauausschuss für die Grünen.

Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen geht davon aus, dass bei der weiteren Entwicklung des Projektes ein Gremium gebildet wird, in dem alle Fraktionen ihre Ideen und Perspektiven einbringen können. „Eine Beteiligung der Bürgerschaft wäre hier wünschenswert. Es sind noch viele Entscheidungen zu treffen, so z.B. zur Fassade des Rathauses und zur Gestaltung des Rathausplatzes“. Die Grünen legen außerdem besonderen Wert auf den Charakter des zukünftigen Sitzungssaals, der Transparenz und Bürgernähe fördern und symbolisieren soll.

„Natürlich erschrecken auch uns die Kosten in Höhe von 16 Mio €“, so Sylvia Ostermeyer, Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss, „jedoch ist die Baumaßnahme unumgänglich und kein Luxus unserer Stadt. Durch die Kernsanierung werden Kosten beim Bau eingespart, es entsteht ein langfristiges Einsparpotenzial bei den Energiekosten und Erlensee erhält ein modernes Dienstleistungszentrum für alle Bürgerinnen und Bürger. Auch bekommt Erlensee durch die Entscheidung für eine Sanierung Fördergelder, was bei einem Neubau nicht der Fall wäre.“

CDU-Fraktion sieht noch erheblichen Informationsbedarf:

Wie CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Pabst mitteilte, sehe seine Fraktion noch erheblichen Informationsbedarf. Es bestünden erhebliche Zweifel, ob eine Kernsanierung wirklich die günstigste und unkomplizierteste Variante sei. Er verweist darauf, dass es sich bei dem genannten Zuschuss im Falle einer Kernsanierung in Wirklichkeit um ein Darlehen handelt, welches zurückgezahlt werden müsse.

Daher werde seine Fraktion am Donnerstag die Rücküberweisung in die Ausschüsse beantragen.

SPD-Fraktion gibt keine Stellungnahme ab

Die SPD-Fraktion wollte bis zur Sitzung der Stadtverordnetenversammlung keine offizielle Verlautbarung abgeben, wie Fraktionsvorsitzender Dr. Martin Maul mitteilte. Hintergrund sei, dass die Gespräche auch mit anderen Fraktionen noch andauern würden.

Die Präsentationen der Fachbüros sind im Ratsinformationssystem hinterlegt:

⇒ Zukunft_Rathaus.pdf

⇒ Konzept_Sanierungsvariante.pdf

Die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung findet am 18. November um 19.30 Uhr im großen Saal der Erlenhalle statt.

⇒ https://erlensee-aktuell.com/2021/11/13/amtliche-bekantmachung-der-stadt-erlensee

Archivfoto: Markus Sommerfeld

 

Anzeige

Sparkassen-BeratungsCenter Nidder-Forum und Kilianstädten spendeten 7.750 Euro aus dem PS-Los-Zweckertrag an 20 Vereine

Unter dem Motto „Gemütliches Beisammensein und gegenseitiges Kennenlernen“ fand für zahlreiche Vereine aus Kilianstädten und Nidderau die jährliche Spendenvergabe aus dem PS-Zweckertrag der Sparkasse Hanau statt. Man traf sich wieder im Sportlerheim des SV Kilianstädten, um sich in geselliger Runde über einen Geldbetrag aus dem PS-Los-Sparen zu freuen und über die Vereinsarbeit auszutauschen.

Weiterlesen