Leserbrief: „Adieu Hirschkäfer!“

Werner Stahl kritisiert in seinem Leserbrief, dass durch das neue Gewerbegebiet „Beune II“ ein ausgewiesenes, gesetzlich geschütztes Biotop, vernichtet werde.

Schade, dass es die Hirschkäfer in einigen Erlenseer Gärten bald wohl nicht mehr geben wird. Vor der Kommunalwahl wurde zwar noch beteuert: Zitat eines Wahlplakates: „Auch uns Roten sind grüne Themen wichtig: Die Bewahrung der Natur und das Bekenntnis zur ökologischen Nachhaltigkeit sind für uns von zentraler Bedeutung. Das zeigt sich im Verzicht auf weitere Flächenversiegelungen. Deshalb wollen wir Erlensee als Klimakommune.“

Die Wahl ist vorbei und die Versprechen sind vergessen. Im neuen Gewerbe-, Mischgebiet „Beune II“ in Erlensee, entlang der L 3193 (Umgehungstraße) ist weder von Bewahrung der Natur noch dem Verzicht auf Flächenversiegelungen etwas zu erkennen. Ein ausgewiesenes, gesetzlich geschütztes Biotop wird vernichtet.

Den seit Jahren dort lebenden Hirschkäfern und vielen anderen Tieren wird damit der Lebensraum entzogen. Die Mehrzahl der politisch Verantwortlichen scheint sich dafür nicht ernsthaft zu interessieren. Mandatsträger darauf angesprochen, bringen zwar großes Verständnis für die Erhaltung von Biotopen auf, meinen aber, da es hier um viel Geld gehe, könne man da nichts machen. Schade, denn wenn die Tiere erst einmal verschwunden sind, werden sie in aufgeräumte Gewerbe- und Wohnanlagen nie wieder zurückkehren.

In den, dem Baugebiet zum Opfer fallenden Gärten, könnte, anstatt fünf vermutlich subventionierten Bauplätzen, für weit weniger Geld ein Lehr- und Naturschutzgarten für Kitas, Schulen und interessierte Bürger entstehen. Damit wäre wenigstens an dieser Stelle das Überleben dieser besonders geschützten seltenen Tiere möglich. Hoffentlich haben die noch anderswo lebenden Hirschkäfer ein besseres Schicksal.

Werner Stahl
Erlensee

Fotos: Werner Stahl

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