In einem Leserbrief kritisiert Heinz Hunn die aktuelle Kreistagsvorlage zur Umsetzung des Paktes für den Nachmittag.
Mit der aktuellen Kreistagsvorlage zur Umsetzung des Paktes für den Nachmittag (PfdN) im Main-Kinzig-Kreis will der Schulträger Main-Kinzig zur Deckung der Finanzierungslücke die Eltern ab 01.08.2021 mit Beiträgen belasten.
Sieht die Koalitionsvereinbarung der hessischen Landesregierung von CDU und GRÜNEN noch in Zeile 3332 vor, Zitat „Für den vom Land verantwortlichen Teil des Pakts stellen wir die Gebührenfreiheit bis 14:30 Uhr sicher.“ will die Kreiskoalition von SPD und CDU jetzt die Eltern mit einem monatlichen Beitrag von 60 € (jährlich 720 €) belasten.
Da widerspricht sich die CDU in sich selbst und die SPD mit ihrer Forderung von generellen kostenfreien Ganztages-Grundschulen stellt Ihre eigenen Grundsätze auf den Kopf.
Unbenommen gibt es eine Finanzierungslücke zwischen den gewährten Landeszuschüssen und dem reellen Bedarf an den einzelnen Grundschulen. Doch ist es sehr bequem, den Eltern kurzer Hand in die Tasche zu greifen. Aus meiner Sicht gilt vielmehr, dass hier der Schulträger Main-Kinzig mit dem Land auf einen gemeinsamen Nenner kommen muss, um den Finanzbedarf zu decken.
Im Kooperationsvertrag des MKK mit dem Land gilt zudem, dass die Kommunen in die Finanzierung und Umsetzung des Gesamtpaketes eingebunden werden. Hierzu gab es bisher kein Konzept im MKK. Den Weg, über die Schulumlage zu gehen, ist ein sicherer Weg, um an das benötigte Geld im Gesamtpaket zu kommen. Hierzu ist der Vorschlag die Kommunen mit 350 € pro Ganztagesplatz und Jahr zu beteiligen. Das ist am Ende eh nicht auskömmlich.
Jeder Bürgermeister im MKK müsste schier hellhörig werden, wenn anstelle die Schülerinnen und Schüler im örtlichen Hort jetzt entlang der örtlichen Grundschule im Ganztag einbinden könnte. Denn die Kosten pro Hortplatz liegt bei einem Vielfachen der Notwendigkeiten im PfdN. Würde jede Kommune pro Ganztagesplatz ca. 1.600 € im Jahr in die Hand nehmen, würde diese mehr als 50% ihrer jetzigen Kosten einsparen können und die Träger ob ZKJF gGmbH oder örtliche könnten auskömmlich qualifiziertes Personal anstellen und die Eltern müssten in der Zeit zwischen 7:30 und 14:30 Uhr nicht mit Gebühren belastet werden. Die Eltern, welche sehr hohe Hortgebühren zahlen müssen, würden hier massiv entlastet und der Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf hätte eine gute Grundlage.
Bisher galt im MKK, dass die ZKJF gGmbH als Träger für alle Grundschulen als Partner immer dann zur Seite steht, wenn kein örtlicher Träger die Trägerschaft übernehmen kann. Auch das ist mit der neuen Beschlussvorlage vom Tisch und somit auch die Sicherheit für die Grundschulen, unabhängig der äußeren Rahmenbedingung für sich zu beschließen, mit ihren Schülerinnen und Schülern in den PfdN gehen zu können.
Landrat Thorsten Stolz, der Schuldezernent und die Parteien müssen diesen Beschlussvorschlag stoppen und die Rahmenbedingungen zur Umsetzung des Weges zum Ganztag im Main-Kinzig-Kreis mit dem Land und mit dem Kommunen auf eine solide Grundlage stellen.
Heinz Hunn
Trägerverein PfdN an der Grundschule Langendiebach
Leben mit Kindern in Erlensee e.V.
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