(pm/ea) – Im Main-Kinzig-Kreis (ohne die Stadt Hanau) wurden laut Kriminalstatistik 2020 für das Jahr 2020 insgesamt 10.105 Straftaten registriert. Das waren 410 Straftaten (-3,9 Prozent) weniger als im Vorjahr und damit die niedrigste Marke seit Bestehen des Polizeipräsidiums Südosthessen (2001). Die Aufklärungsquote stieg um 4,3 Prozentpunkte auf 66,4 Prozent – das ist der höchste Wert seit 2001.
Straßenkriminalität gesunken – seit 2001 mehr als halbiert
Die Straßenkriminalität ist im Vergleich zum Vorjahr (1.911 Delikte) um 238 Delikte (-12,5 Prozent) auf nunmehr 1.673 Straftaten gesunken und konnte somit seit 2001 (4.486 Delikte) weit mehr als halbiert werden, während sich die Aufklärungsquote seither mehr als verdoppelt hat (2001: 9,8 Prozent; 2019: 21,2 Prozent; 2020: 25,5 Prozent).
In die Kategorie Straßenkriminalität fällt eine Vielzahl von Delikten, die im öffentlichen Raum begangen werden. Darunter der Straßendiebstahl, bei dem ein Rückgang von 924 auf nun
763 Delikte (-161 Delikte) zu verzeichnen war. Beim Straßenraub wurden 6 Fälle mehr registriert (Anstieg von 24 auf 30 Delikte).

Wohnungseinbruchdiebstähle (WED) auf tiefsten Wert gesunken
Wohnungseinbrüche sanken im Jahr 2020 deutlich um 157 Fälle (-39,5 Prozent) – damit auf nunmehr 240 Delikte (Vorjahr: 397) und den tiefsten Wert seit 2001 (603 Fälle). Seit der Gründung des PP SOH konnten die Fallzahlen mehr als halbiert werden. In 119 Fällen scheiterten die Einbrecher, die Taten blieben im Versuchsstadium und wurden nicht vollendet; der Versuchsanteil liegt somit bei 49,6 Prozent. Die Aufklärungsquote stieg spürbar auf 20,0 Prozent (Vorjahr: 11,1 Prozent).

Diebstahl allgemein hat auf tiefsten Stand abgenommen
Der Diebstahl insgesamt hat binnen Jahresfrist deutlich abgenommen: Mit 2.727 Delikten wurden 361 weniger registriert (-11,7 Prozent) als im Vorjahr (3.088). Der einfache Diebstahl sank um 247 Fälle (-13,9 Prozent) auf 1.532 Delikte (Vorjahr: 1.779) bei einer Aufklärungsquote von 46,4 Prozent (Vorjahr: 42,9 Prozent). Der schwere Diebstahl sank um 114 Fälle (-8,7 Prozent) auf 1.195 Delikte (Vorjahr: 1.309). Die Aufklärungsquote betrug 20,4 Prozent (Vorjahr: 12,9).
Raub und räuberische Erpressung leicht angestiegen
Raub und räuberische Erpressung schlugen 2020 im Main-Kinzig-Kreis mit 63 Fällen zu Buche. Das sind 5 Delikte (8,6 Prozent) mehr als im Vorjahr (58 Fälle), bedeutet aber mehr als eine Halbierung seit 2001 (130 Fälle). Die Aufklärungsquote stieg kräftig auf 76,2 Prozent; das bedeutet Rekordwert (2019: 63,8 Prozent).
Rauschgiftkriminalität gestiegen
Mit 734 Rauschgiftdelikten wurden 59 Fälle mehr als im Jahr 2019 (675) registriert. Die Aufklärungsquote lag bei 95,1 Prozent (Vorjahr: 94,8).
Körperverletzung gesunken
Die Anzahl von Körperverletzungen sank um 70 Fälle (-6,3 Prozent) auf 1.049 Straftaten (Vorjahr: 1.119). Hiervon konnten 92,7 Prozent aufgeklärt werden (Vorjahr: 93,2 Prozent). Bei rund zwei Drittel der Delikte (705; Vorjahr: 778 [-73 Fälle; -9,4 Prozent]) handelt es sich um Fälle leichter Körperverletzung (AQ: 95,6 Prozent; Vorjahr: 95,5 Prozent). Die Zahl der gefährlichen Körperverletzungen auf Straßen, Wegen und Plätzen ist um 4 Fälle (-2,9 Prozent) auf nunmehr 134 Delikte (Vorjahr: 138) gefallen. Die Aufklärung sank von 82,6 auf nun 77,6 Prozent.
Internetkriminalität angestiegen
Die Internetkriminalität stieg an: Wurden im Jahr 2019 noch 982 Delikte registriert, so waren es im aktuellen Betrachtungszeitraum 1.026 – ein Plus von 44 Taten (4,5 Prozent); eine Verlagerung von Straftaten ins Internet durch die Corona-Pandemie ist nicht auszuschließen. Die Aufklärungsquote stieg um 5,2 Prozentpunkte auf 93,1 Prozent (Vorjahr: 87,9). Bei zwei Drittel (66,3 Prozent) der Internetkriminalität handelt es sich um Vermögensdelikte (Betrug).
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gestiegen
Nach dem sehr starken Fallzahlenrückgang im Jahr 2019 stiegen die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ähnlich stark von 192 Fällen auf aktuell 233 Straftaten an (ein Plus von 41 Fällen oder 21,4 Prozent). Bei 31 Taten (Vorjahr 20) handelt es sich um sexuelle Belästigung, die bis 2016 als Beleidigung erfasst wurde.
Jugendkriminalität angestiegen
Registrierte Straftaten, die durch tatverdächtige Jugendliche (unter 21 Jahren) begangen wurden, haben im Main-Kinzig-Kreis zugenommen. Binnen Jahresfrist stiegen sie von 1.279 Delikten auf 1.362 Straftaten; das sind 83 Delikte (6,5 Prozent) mehr.
Übergriffe auf Polizisten gestiegen
Die Zahl der Übergriffe auf Polizistinnen und Polizisten nahm im Jahr 2020 zu. Mit 73 Übergriffen wurden 9 (14,0 Prozent) mehr registriert als im Jahr 2019 (64 Delikte).
Allgemeinkriminalität bei Zuwanderern gesunken
Im Kontext der Zuwanderung – dabei handelt es sich um Straftaten, bei denen mindestens ein Zuwanderer als Tatverdächtiger ermittelt wurde – wurden 340 aufgeklärte Straftaten erfasst (2019: 382). Dies steht für eine Abnahme von 42 Fällen (-11,0 Prozent). Den größten Anteil an den Straftaten im Kontext der Zuwanderung haben die Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz (143 Fälle, Vorjahr: 117).
