Offener Brief des 1. Vorsitzenden der AWO Main-Kinzig an die Bürgeinnen und Bürger des Main-Kinzig-Kreises

(pm/ea) – In einem Offenen Brief zum Jahreswechsel wendet sich der 1. Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Main-Kinzig, Jörg Mair, an die Bürgerinnen und Bürger des Main-Kinzig-Kreises.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

zunächst darf ich Ihnen im Namen des Vorstandes der Arbeiterwohlfahrt Main-Kinzig, trotz der Beschwernisse des vergangenen Jahres ein gutes neues Jahr 2021 wünschen. Dies verbinde ich mit der Hoffnung, dass im Laufe des Jahres wieder größtmögliche Normalität einkehrt. Doch bis dahin ist noch ein Stück Weg zu gehen. Und das ist der Grund, weswegen ich mich an Sie wende:

Unser Sozialverband hat im Main-Kinzig-Kreis weit über 1000 Mitglieder. Die meisten Mitglieder sind in den Bereich der Senioren einzuordnen und zählen so zur sogenannten Risikogruppe. Aber das heißt noch lange nicht, dass ein jüngerer Mensch, ein vermeintlich sportlicher und vollkommener gesunder Mensch, sich auf der sicheren Seite wiegen kann.

Wenn ich als medizinischer Laie, der aus beruflichen Gründen (Sozialarbeiter im Bereich der Wohnungslosen- und Suchtkrankenhilfe) bereits viele hundert Arztberichte gelesen hat, eine Einschätzung treffen kann, ist diese folgendermaßen:

Der Virus ist unberechenbar! Einige erkranken schwer, leiden unter Langzeitfolgen oder sterben. Andere haben auch Corona, sind aber völlig symptomfrei. Und auch die absoluten Fachleute, die führenden Virologen, können sich der Materie nur stückweise annähern.

Nun ist der Impfstoff gefunden. Selbst die offensichtlich noch ansteckendere Mutation des Corona-Virus scheint zukünftig besiegbar. Aber was ist in der Zwischenzeit, bis die sogenannte Herdenimmunität ereicht ist?

Durch mein Mandat im Kreistag des Main-Kinzig-Kreises habe ich, insbesondere in der letzten Sitzung am 4. Dezember diesen Jahres lernen müssen, dass die aktuelle gesundheitliche Bedrohung nicht von jedem Kreistagsmitglied ernst genommen wird. Sogar einige Gäste der Sitzung standen vor der Sitzung vor der Sporthalle in Hailer – Meerholz und sorgten maskenfrei für musikalische Unterhaltung und betraten ebenso maskenfrei zu Sitzungsbeginn die Halle.

Meine Bitte im Namen der Arbeiterwohlfahrt Main-Kinzig ist, dass alle, die unzufrieden mit aktuellen politischen Entscheidungen im Rahmen der Pandemie sind, doch Rücksicht auf ihre Mitmenschen nehmen mögen.

Ich persönlich verstehe zum Beispiel auch nicht, warum Spitzensport, insbesondere Fußball, mit ständig auftretenden Neuinfektionen ermöglicht wird, während die Gastronomie mit ausgeklügelten Hygienekonzepten dem aktuellen Lockdown geschuldet, schließen muss. Aber die auf Bundesebene nicht immer nachzuvollziehbaren Entscheidungen rechtfertigen nicht die Gefährdung Dritter.

Das Kostbarste und der eigentliche Reichtum eines Menschen ist seine Gesundheit.

Und das ist meine Bitte an Sie, unabhängig persönlicher Haltungen oder Meinungen: Achten Sie auf sich und auf andere und bleiben Sie gesund und lassen sie uns in dieser Zeit generationenübergreifend zusammenhalten!

Herzliche Grüße
Ihr Jörg Mair
Arbeiterwohlfahrt Main-Kinzig
1. Vorsitzender

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