21 neue Coronavirus-Fälle im Main-Kinzig-Kreis – Pflegeeinrichtung in Bad Soden-Salmünster nach 18 positiv Getesteten unter Quarantäne

(pm/ea) – Das Gesundheitsamt hat am Karfreitag 21 neue Coronavirus-Fälle von Bürgern gemeldet, die in Hanau (4), Bad Soden-Salmünster, Rodenbach (3), Langenselbold, Schöneck (je 2), Bad Orb, Freigericht, Gelnhausen, Jossgrund, Nidderau, Steinau und Wächtersbach wohnen. In einer Pflegeeinrichtung in Bad Soden-Salmünster hat es einen Covid-19-Ausbruch ausgegeben.

Betroffen sind, Stand Freitagmorgen, insgesamt 13 Bewohner sowie fünf Personen aus dem Personal der Einrichtung Curata. Eines der Häuser steht nun komplett unter Quarantäne.

Derweil hat es in einer weiteren Pflegeeinrichtung im Westkreis einen Coronavirus-Fall gegeben. Das Gesundheitsamt hat für die betreffende Person sowie das unmittelbare Kontaktfeld Isolierungsmaßnahmen angeordnet. Weitere positive Testergebnisse aus dieser Einrichtung liegen nicht vor.

Insgesamt sind seit Beginn der Ausbreitung im Main-Kinzig-Kreis 336 Menschen an Covid-19 erkrankt. Zieht man die mittlerweile 82 Genesenen sowie die bisher sechs Sterbefälle ab, sind aktuell noch 248 Bürgerinnen und Bürger mit dem Coronavirus infiziert, darunter die meisten in Hanau (75), Maintal (23) und Bad Soden-Salmünster (19). Die meisten Genesenen verzeichnet die Gemeinde Rodenbach (20). Stationär behandelt werden müssen derzeit 36 Menschen.

Eine Reihe von Fällen rund um die Einrichtung in Bad Soden-Salmünster war bereits gemeldet, weitere Meldungen werden sich laut Mitteilung der Kreispressestelle aufgrund der Feiertagssituation formal verzögern.

Für die Arbeit in dem betroffenen Pflegeheim in Bad Soden-Salmünster ändert sich zunächst wenig. Schon nach Bekanntgabe des ersten positiven Testergebnisses in der vergangenen Woche hatte die Heimleitung in Absprache mit dem Gesundheitsamt die Sicherheitsvorkehrungen für Personal und Bewohner weiter hochgefahren. Unter anderem arbeite das Personal der insgesamt zwei Häuser seither schon strikt voneinander getrennt, wie die Heimleitung am Freitag berichtete. Besuch von außen ist in der Einrichtung seit Mitte März nicht mehr möglich. Nun darf auch rein formal niemand mehr das Gebäude ohne Kontrolle betreten, Ausnahmen gibt es lediglich für den grundlegenden medizinischen und pflegerischen Bedarf. Die ärztliche Versorgung sei gesichert, so die Heimleitung.

Das Coronavirus dürfte nach Einschätzung des Gesundheitsamtes über das Pflegepersonal in die Einrichtung gelangt sein. Nach einem ersten laborbestätigten Fall einer Bewohnerin in der vergangenen Woche hatte das Gesundheitsamt für alle Kontaktpersonen bereits häusliche Isolierung angeordnet, darunter für zehn Angestellte des Hauses. Fünf dieser zehn Fachkräfte hatten in den vergangenen Tagen zu Hause Symptome entwickelt und wurden positiv auf Covid-19 getestet. Die Bewohnerinnen und Bewohner wurden aufgrund der seinerzeit nicht erkennbaren oder nur milden Symptome innerhalb der Einrichtung isoliert. Das Personal verrichtet nur noch in Schutzausrüstung ihre Arbeit an und mit den Menschen.

Eine weitere Ausbreitung ließ sich innerhalb des Hauses dennoch nicht verhindern. Ein zweiter Bewohner zeigte wenige Tage später auch Symptome und wurde ebenfalls positiv getestet. Das Gesundheitsamt veranlasste daraufhin, alle 37 Bewohner und auch das zuständige Personal des Hauses testen zu lassen. Deren Ergebnisse liegen dem Main-Kinzig-Kreis seit Donnerstagabend vor: Elf weitere Menschen sind positiv auf das Virus getestet worden. Daraufhin hatte der Main-Kinzig-Kreis die Heimleitung aus Bad Soden-Salmünster in eine Sondersitzung des Verwaltungsstabs am Karfreitagmorgen hinzugeholt und besprach mit ihr die weiteren Schritte.

Von den insgesamt 13 erkrankten Bewohnerinnen und Bewohnern befindet sich eine Frau in stationärer Behandlung. Über die Betreuung aller weiteren zwölf Personen haben sich die Heimleitung und der Verwaltungsstab des Main-Kinzig-Kreises intensiv ausgetauscht. Aufgrund der überwiegend milden Symptomatik derzeit, verbunden mit den individuellen Pflegebedarfen, haben sie sich darauf verständigt, sie weiterhin in der Einrichtung unter strengen Hygiene- und Isolationsbedingungen zu betreuen. Vorsorglich hat der Main-Kinzig-Kreis die nahegelegenen Main-Kinzig-Kliniken sowie den Rettungsdienst über die Situation informiert, um kurzfristig auf eine veränderte Lage schnell reagieren zu können.

Das Gesundheitsamt wird den Gesundheitszustand der isolierten Personen engmaschig überwachen. Curata in Bad Soden-Salmünster informiert derzeit die Bewohnerinnen und Bewohner wie auch die Angehörigen über die aktuelle Situation.

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