(pm/ea) – Die Deutsche Marktgilde als Veranstalter von Wochenmärkten hat sich zur Corona-Problematik geäußert.
Auszug aus der Erklärung:
Weil inzwischen vielerorts ein Zusammenhang zwischen dem Virus und dem Wochenmarkt hergestellt wird, stellen wir im Folgenden den Status Quo dessen
dar, was uns dazu bisher zur Kenntnis gekommen ist:
· Eine ähnliche Situation hat es noch nie gegeben. Wir befinden uns mitten in einer Ausnahmesituation, auch wenn die Zahlen von Infizierten und Toten in Deutschland noch relativ gering sind und wenn die Krankheit nach Angabe der WHO oft mild verläuft.
· Wesentlich ist, dass die Ausbreitung des Virus verlangsamt wird. Einschneidende Maßnahmen, die in alle Bereiche des täglichen Lebens eingreifen, sind unvermeidbar. Alle Chancen zur Eindämmung müssen genutzt werden.
· Dafür, wie das erreicht werden kann, gibt es allerdings keine gemeinsame, einheitliche Linie.
· Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, keine Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern zuzulassen.
· Die Wirtschaft muss aber weiter funktionieren. Insbesondere die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung und das Gesundheitswesen müssen gewährleistet werden.
In Italien, das besonders betroffen ist, bleiben deshalb alle Geschäfte geschlossen – bis auf Apotheken und Lebensmittelläden.
Vor diesem Hintergrund folgern wir für den Wochenmarkt:
Im Gegensatz zum Supermarkt zeigt sich auf dem Wochenmarkt eine deutlich niedrigere Personendichte. Der Wochenmarkt findet unter freiem Himmel und damit z.B. ohne Viren streuende Lüftungsanlagen statt. Relativ wenige Marktkunden verteilen sich über eine große Fläche und Zeit. Sie haben i.d.R. ausreichend Platz und stehen nicht dicht gedrängt, wie z.B. in den Kassenzonen der Supermärkte. Darüber hinaus ist das Risiko einer Übertragung durch eine „Schmierinfektion“ geringer einzuschätzen, es sind ja auf dem Wochenmarkt keine Einkaufswagen im Einsatz. Ebenso entfällt das in Supermärkten übliche Anfassen und Zurücklegen von
Waren weitgehend.
Das Risiko einer Infektion liegt aus unserer Sicht deutlich unter dem Risiko von Lebensmittelverkäufen in geschlossenen Räumen.
Als Veranstalter nehmen wir unsere Verantwortung für die Gesundheit und Sicherheit unserer Marktbesucher, Beschicker und Mitarbeiter sehr ernst. Die Sicherheit der Bevölkerung geht vor – auch vor wirtschaftlichen Interessen. Wenn von dem dafür zuständigen Gesundheitsamt besondere Bedingungen festgestellt werden und aus dessen Sicht aus sicherheitspolitischen Aspekten eine Absage zum Schutz der Bevölkerung unumgänglich ist, dann ist das natürlich eine Entscheidung, die wir selbstverständlich akzeptieren werden. Evtl. sind aber vor einer kompletten Absage weniger einschränkende Maßnahmen denkbar, so z.B. das Auseinanderziehen von Verkaufsständen, um die räumliche Distanz zwischen Marktkunden noch weiter zu vergrößern.
