Deutsche „Waterdogs“ haben die Nasen vorn – Internationaler Cup der Wasserarbeitshunde

(iz/ea) – Kalt und nass von allen Seiten – das war am vergangenen Wochenende die Umgebung für insgesamt siebzehn Hunde, die beim „International Cup für Wasserarbeitshunde“ in den Mainflinger Badesee sprangen, um dort – auf Anweisung ihres Führers – insgesamt fünf Übungsteile zu bewältigen und Richter-Punkte zu sammeln. Ausgerichtet wurde das Treffen von der Neufundländer Wasserarbeitsgruppe Westerwald e.V.

Der Verein konnte trotz der teilweise recht schlechten Wetterbedingungen neben den Hunde-Teams aus ganz Deutschland sowie Italien, Frankreich, Belgien und Holland auch mehr als 200 Zuschauer begrüßen.

Während der Samstag dem allgemeinen Training vorbehalten war, ging es am Sonntag sowohl am Vor- als auch am Nachmittag zur eigentlichen Sache. Ein Surfbrett zu holen oder eine Puppe an Land zu bringen, bedeutete für die „Waterdogs“ kein Problem. Bei der Bergung eines „bewusstlosen Schwimmers“, der zuvor vom Hund noch einen Rettungsring gebracht bekommt, war dann schon mehr Können und Ausdauer angesagt. Die meisten Hunde zeigten aber auch hier einen guten Ausbildungsstand und brachten den Schwimmer im Neoprenanzug sicher an Land.

„Wenn der Hund beim Transport den Helfer am Unterarm packt und an Land zieht, kann das auch schon mal ein bisschen zwicken“, schmunzelte Uwe Traxel aus Lettgenbrunn im Spessart. Die von seiner Frau Daniela geführte Neufundländer-Hündin „Dotje“ jedenfalls zeigte sich bei dieser Abschlussaufgabe am Sonntagnachmittag in guter Form und brachte die im Wasser treibende Person sicher an Land. Die Familie ist seit mehr als drei Jahren in dieser Spielart des Hundesports zu Hause; neben „Dotje“ und deren Tochter „Fly“ gibt es auch noch die Sheltie-Hündin „Amy“, die von Tim, dem zwölfjährigen Sohn der Familie, betreut und im Wasser eingesetzt wird. „Der kleine Hund geht mit großer Begeisterung ins Wasser und arbeitet auch gut, kommt dann aber auch an seine Grenzen“, meint Uwe Traxel mit Blick auf die großen Hunderassen, die an diesem Wochenende vertreten waren – wie etwa Neufundländer, Landseer und Labradors; als „Exoten“ gingen ein Spanischer Wasserhund sowie ein Deutscher Schäferhund an den Start.

„Wir betreiben die Wasserarbeit mit den Hunden auf rein sportlicher Basis“, erklärte Bernd Horster, 2. Vorsitzender der Wasserarbeitsgruppe Westerwald. „Für echte Rettungseinsätze kommen die Hunde nur bei einer Arbeitsgruppe oben in Mecklenburg-Vorpommern zum Einsatz.“

Ganz anders sieht die Sache für „Arrya“ aus; die Retriever-Hündin wird von Gabriella Ongaro geführt, die an der Küste der italienischen Toskana zuhause ist „Wir trainieren mit den Hunden im Meer und ein Rettungseinsatz ist jederzeit möglich“, sagt die gebürtige Schweizerin, die mit ihrer Hündin den sechsten Platz in der Einzelwertung erreichte. In der Mannschaftswertung kam sie mit dem Team Italien auf Platz 2, noch vor Frankreich und knapp hinter der diesmal siegreichen Gruppe aus Deutschland. Hierzu gehörte auch Daniela Traxel, die sich – nach einem Mittelfeld-Rang in der Einzelwertung – über den Mannschaftsplatz ganz oben auf dem Treppchen besonders freute.

„Gut Nass“ – nicht immer „Hurra“!

Für die Arbeit mit den „Waterdogs“ ist Wasser bezeichnenderweise eine elementare Angelegenheit. Doch die Möglichkeiten, den Hund ins Wasser zu schicken, sind äußerst begrenzt. Die „Neufundländer Wasserarbeitsgruppe Westerwald e.V.“ trainiert während der hierzu geeigneten Monate am Wiesensee im Westerwald, wo dies von der Erlaubnis her möglich ist. Ansonsten besteht für die meisten anderen Gewässer ein generelles Hundeverbot, das auch die Hundesportler beachten müssen. Daher sucht der Verein nach geeigneten, nicht allzu großen Wasserflächen, die vielleicht auch in Privatbesitz stehen und für die eine Nutzungsvereinbarung möglich wäre.

Ein Golden Retriever geht mit vollem Einsatzgeschirr ins Wasser

Geschafft – der Rettungsring ist beim „verunglückten Schwimmer“

Jetzt geht es los in Richtung des Rettungsbootes

Dort angekommen, wird der „Verunglückte“ übernommen und versorgt

Nach der Erstversorgung zieht der „Water Dog“ das Boot an Land

Der zweite Schwimmer lässt sich ohne Rettungsring an Ufer ziehen

Geschafft – jetzt erst mal raus mit dem kalten Wasser aus dem Fell!

Auch das Heranziehen von zwei besetzten Surfbrettern will gelernt sein

Die Hundeführer dürfen nicht ins Wasser und geben vom Ufer aus Kommandos

Am ruhigsten arbeiten die großen Rassen wie etwa die Neufundländer

„Dotje“ von Daniela Traxel hat den Arm des „Bewusstlosen“ sicher im Griff

Beide glücklich – Daniela Traxel und „Dotje“ vom siegreichen deutschen Team

Sheltie-Hündin „Amy“ durfte diesmal nicht bei den großen Hunden mitmischen

Auch das gibt’s: „Arrye“ aus Italien mit einem Hundebademantel gegen Auskühlung

 

Auf dem Titelfoto: Deutschland (Mitte) siegt vor Italien (re.) und Frankreich (li.)

Bericht und Fotos: Ingbert Zacharias

 

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