Leserbrief zur Podiumsdiskussion: „Wir waren wohl nicht bei der gleichen Veranstaltung?“

In einem Leserbrief kritisiert Wolgang Gierhake die Berichterstattung in der Tageszeitung, die die Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten am Mittwochabend in der Erlenhalle veranstaltete.

Wir waren wohl nicht bei der gleichen Veranstaltung? – Denn nur wer es nicht mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Ohren gehört hat, wird der Tageszeitung und ihrem Bericht vom 30. August über den Inhalt der Podiumsdiskussion vielleicht Glauben schenken!

Traurig aber wahr. Da saßen Kandidatinnen bzw. Kandidaten, die das verantwortungsvolle Amt der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters ab dem 01.02.2020 ausfüllen möchten. Ich hätte mir gewünscht, dass diese sich auch fachlich inhaltlich auf dieses Gespräch vorbereitet hätten.

Mit Verlaub, von jedem, der sich um einen Ausbildungsplatz beispielsweise als Verwaltungsfachangestellter bewirbt, wird im Bewerbungsgespräch erwartet, dass er sich mit den auf ihn zukommenden Aufgaben, also mit dem Job, den er da später einmal ausüben möchte, auseinander gesetzt hat.

Wie kann es also sein, dass eine Kandidatin bezüglich der Ansiedlung von Lidl äußert, das habe der Bürgermeister mit „der Region“ entschieden?
Insbesondere, und das gilt für viele weitere Aufzählungen, weil es sich bei den drei Kandidaten – außer dem Bürgermeister – um jahrelange Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung handelt! Wird auch dort keine Kenntnis der Hessischen Gemeindeordnung erwartet? Es sieht so aus, dass sich diese Kandidaten nicht mal über die Rechte und Pflichten eines Bürgermeisters informiert haben oder wenigstens nachgelesen haben? Und dann wollen sie dieses Amt in Zukunft ausüben? Die Rede war ja auch von Fachleuten , die man hinzu ziehen könne. Das würde Unmengen an Kosten verursachen und eine derzeit überwiegend gut funktionierende Verwaltung aushebeln. Allein deswegen ist ein dazu ausgebildeter Bürgermeister wichtig.

Es ist doch eine Wählertäuschung, wenn man Dinge wider besseren Wissens behauptet, oder nicht? So auch die Versprechung einer Kandidatin, dass ein Zebrastreifen an der Leipziger Straße mit ihr machbar wäre; obwohl in der Stadtverordnetenversammlung oft besprochen wurde, dass hier andere Behörden ihre Zustimmung verweigern.

Ich könnte hier noch viele Beispiele aufführen, wie z.B. , dass die Stadtpolizei auch Straftäter verfolgen könne, dass man nach einer Fusion mit Neuberg ja Oberbürgermeister werden würde usw.

Mir persönlich tat Herr Erb leid, dass er ständig mit seiner Redezeit oft alles Mögliche und Unmögliche richtig stellen musste. Klar, das ist eben Wahlkampf und da muss er durch. Aber dass die veranstaltende Tageszeitung schreibt, er wäre überheblich gewesen, ist meines Erachtens unsachlich. Es kann doch wohl niemand von ihm erwarten, dass er Falschaussagen oder Wunschdenken der anderen Kandidaten unkommentiert lässt. Im Gegenteil habe ich bewundert, wie ruhig er dennoch geblieben ist und seinen Faden nicht verlor, den Anwesenden auch etwas über seine Pläne mitzuteilen.

Im Nachhinein war diese Podiumsdiskussion für mich nur eine Infoveranstaltung, hat aber den Zusatz „Diskussion“ nicht verdient. Eine richtige Diskussion kam nicht zustande. Und wenn man die „Auswertung“ der Tageszeitung so liest, war das wohl auch gar nicht erwünscht. So hat, von anderen Zuhörern auch so wahrgenommen, der Bürgermeister nach seinen Ausführungen den meisten Beifall bekommen.

Die Podiums-„Diskussion“ selbst fand ich schon nicht gut, weil die Themen und Redezeiten eng vorgegeben waren und die anwesenden Bürgerinnen und Bürger weder zu einem anderes Thema noch längere Frage stellen konnten. Die oberflächliche Berichterstattung über den Abend für die, die nicht anwesend sein konnten, finde ich nicht würdig.

Wolfgang Gierhake
Erlensee

Leserbriefe können an redaktion@erlensee-aktuell.de zur Veröffentlichung gesendet werden. Sie geben allein die Meinung der Verfasser wieder, die ebenfalls darüber entscheiden, ob diese auch auf der Facebookseite von Erlensee Aktuell veröffentlicht werden sollen. Anonyme Zusendungen sind von einer Veröffentlichung ausgeschlossen.

Anzeige

17. Winterabend-Ausstellung im Kosmetik-Studio Birgit Dornheim-Lach am Freitag, 6. November 2026, 17 – 22 Uhr

Birgit Dornheim-Lach lädt herzlich ein am 6. November 2026 von 17 bis 22 Uhr zur 17. Winterabend-Ausstellung mit einem Tag der offenen Tür in ihr Kosmetik-Studio, Georg-Büchner-Str. 6, in Erlensee mit einem umfangreichen Abendprogramm und Angeboten. Auch können Sie sich wieder bei einer Abend-Massage entspannen.

Weiterlesen