Speedmarathon 2019: Hessische Polizei zieht positive Bilanz

(pm/ea) – Die Hessische Polizei hat eine positive Bilanz des diesjährigen europaweiten TISPOL-Speedmarathons gezogen. Nahezu 310.000 Fahrzeuge passierten am gestrigen Mittwoch die rund 260 Messstellen in Hessen. Davon überschritten rund 12.150 Verkehrsteilnehmer (3,92 Prozent) die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten (2018: 4,3 Prozent).

Knapp 10.000 von ihnen fuhren bis maximal 20 km/h zu schnell und müssen mit einem Bußgeld bis zu 35 Euro rechnen. Mit Punkten in Flensburg sowie Bußgeldern zwischen 70 und 120 Euro kommen rund 2.000 Schnellfahrer davon. 151 Rasern droht neben einem Bußgeld und Punkten ein Fahrverbot.

„Das Ergebnis des diesjährigen Speedmarathons zeigt, dass sich mehr Verkehrsteilnehmer als in den Vorjahren in Hessen an die vorgegebenen Geschwindigkeiten hielten und die Aktion alle Bürgerinnen und Bürger für das Thema Geschwindigkeit sensibilisiert hat. Dass das Engagement der Hessischen Polizei notwendig ist, zeigen immer wieder die traurigen Spitzenreiter dieser europaweiten Blitzer-Aktion. Die Hessische Polizei wird ihr Engagement für mehr Verkehrssicherheit auch nach dem Blitzer-Marathon intensiv fortsetzen“, so Innenminister Peter Beuth.

Dass sich auch einige Verkehrsteilnehmer nicht über die Blitzstellen informiert hatten, zeigen die folgenden Beispiele:

In der Wiesbadener Innenstadt, in der Saarstraße, beschleunigte ein Autofahrer bei erlaubten 50 km/h auf 92.

Auf der Bundesstraße 253 in Nordhessen, an der Anschlussstelle Wabern, besteht ein Tempolimit von 70 km/h. Der gemessene Höchstwert eines Pkw-Fahrers betrug dort 139 km/h. Ebenfalls in Nordhessen, auf der Bundesstraße 7 bei Vellmar, löste die Messanlage bei einem Fahrzeugführer bei 179 km/h aus, obwohl dort nur 100 km/h zulässig sind. An dieser Stelle droht unter anderem sieben Autofahrern ein Fahrverbot, weil sie mit mehr als 40 km/h über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit geblitzt wurden.

Als kurios und erschreckend bezeichneten einige Verkehrsüberwacher aus dem Polizeipräsidium Südosthessen ihre Ergebnisse zum Speedmarathon: Sie registrierten wenige und moderate Geschwindigkeitsüberschreitungen, was daraus schließen lässt, dass sich die Menschen dieser Region auf die Blitzaktion eingestellt hatten. Allerdings stoppten die Polizisten zahlreiche Autofahrer, die mit dem Handy in der Hand durch die Kontrollstellen fuhren. Für diese Verstöße wurden 100 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg fällig.

Hessenweit waren am Mittwoch von 6.00 Uhr bis 22.00 Uhr an rund 260 Messstellen rund 700 Polizistinnen und Polizisten sowie Mitarbeiter der teilnehmenden Kommunen auf hessischen Straßen im Einsatz.

Die Polizistinnen und Polizisten des Polizeipräsidiums Mittelhessen und Mitarbeiter teilnehmender Kommunen aus den Landkreisen Gießen, Marburg-Biedenkopf sowie dem Landkreis Wetterau und dem Lahn-Dill-Kreis beteiligten sich an den europaweiten Tempokontrollen. Zwischen 06.00 Uhr und 22.00 Uhr durchfuhren rund 75.000 Fahrzeuge die Messtechnik in Mittelhessen.

An 62 Messstellen waren die knapp 150 Polizisten und Mitarbeiter der Kommunen im Einsatz. Sie verzeichneten deutlich weniger Geschwindigkeitsverstöße als sonst an den Messstellen. Etwa 75.000 Fahrzeuge durchfuhren während des Speedmarathons die polizeilichen und kommunalen Kontrollstellen. Trotz Bekanntgabe der Messstellen im Vorfeld, fuhren 2.256 Verkehrsteilnehmer zu schnell. Auf 562 Fahrer kommen Bußgelder und Punkte zu. 17 Temposündern werden zudem für mindestens vier Wochen auf ihren Führerschein verzichten müssen. Mit einer durchschnittlichen Beanstandungsquote von 3 Prozent, liegen die Geschwindigkeiten vom Speedmarathon deutlich unter dem Niveau vergleichbarer Messungen ohne vorherige Ankündigung der Blitzstellen.

Landkreis Gießen:

An den zehn Blitzstellen im Landkreis Gießen fuhren 8.200 Fahrzeuge durch die Messtechnik von Polizei und Kommunen. Insgesamt waren 285 Fahrzeuge zu schnell. 197 Fahrzeuglenker müssen mit einem Verwarnungsgeld von maximal 35 Euro rechnen. 17 Kraftfahrzeugfahrer waren so schnell, dass auf sie ein Bußgeld sowie Punkte in Flensburg zukommen. Die gute Nachricht für den Landkreis Gießen: Keinem der Schnellfahrer droht ein Fahrverbot.

Landkreis Marburg-Biedenkopf:

Auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf waren Polizei und Kommunen an 18 Messstellen im Einsatz. Hier registrierten die Verkehrsüberwacher 14.686 Fahrzeuge, die die Technik passierten. Insgesamt waren 412 Fahrzeuge zu schnell. 374 Fahrzeuglenker müssen mit einem Verwarnungsgeld von maximal 35 Euro rechnen. 28 Kraftfahrzeugfahrer waren so schnell, dass auf sie ein Bußgeld sowie Punkte in Flensburg zukommen. Auf lediglich einen Schnellfahrer im Landkreis kommt zusätzlich noch ein Fahrverbot zu. Er war mit seinem Pkw auf der B 62 bei Kirchhain mit 156 „Sachen“ bei erlaubten 100 km/h unterwegs

Landkreis Wetterau:

An den 16 Blitzstellen im Landkreis Wetterau fuhren 17.217 Fahrzeuge durch die Messtechnik von Polizei und Kommunen. Insgesamt waren 701 Fahrzeuge zu schnell. 646 Fahrzeuglenker müssen mit einem Verwarnungsgeld von maximal 35 Euro rechnen. 55 Kraftfahrzeugfahrer waren so schnell, dass auf sie ein Bußgeld sowie Punkte in Flensburg zukommen. Auch in diesem Landkreis droht lediglich einem Fahrzeugführer ein mehrwöchiges Fahrverbot. In Büdingen bauten die Mitarbeiter des Verkehrsdienstes ihre Messstelle in einer 30er Zone auf. Die Fahrerin eines mit Kindern besetzten Schulbusses durchfuhr die Messanlage mit 60 km/h.

Lahn-Dill-Kreis:

Im Lahn-Dill-Kreis kam die Messtechnik von Polizei und Kommunen an 13 Blitzstellen zum Einsatz. Hier durchfuhren 8.128 Fahrzeuge die Messstellen. Insgesamt waren rund 400 Fahrzeuge zu schnell. 355 Fahrzeuglenker müssen mit einem Verwarnungsgeld von maximal 35 Euro rechnen. 33 Kraftfahrzeugfahrer waren so schnell, dass auf sie ein Bußgeld sowie Punkte in Flensburg zukommen. Von diesen müssen vier zusätzlich für mindestens vier Wochen auf ihren Führerschein verzichten. Auf der Bundesstraße 255 bei Herborn fiel ein Lkw-Fahrer aus Polen negativ auf. Für ihn gilt dort ein Maximaltempo von 60 km/h. Die Polizisten erwischten ihn während eines Überholvorganges mit 92 km/h.

Polizeiautobahnstation Mittelhessen:

Auf den von der Polizeiautobahnstation in Butzbach zu betreuenden Autobahnabschnitten der A 5, A 45, A 480 und A 485 betrieben die Polizistinnen und Polizisten fünf Blitzstellen. Hier durchfuhren 27.167 Fahrzeuge die Messtechnik. Insgesamt waren 466 Fahrzeuge zu schnell. 47 Fahrzeuglenker müssen mit einem Verwarnungsgeld von maximal 30 Euro rechnen. 419 Kraftfahrzeugfahrer waren so schnell, dass auf sie ein Bußgeld sowie Punkte in Flensburg zukommen. Von diesen müssen 11 zusätzlich für mindestens vier Wochen auf ihren Führerschein verzichten.

Auf der A 480 in Mittelhessen, von Gießen kommend zur A 5 in Richtung Kassel, besteht ein Tempo-Limit von 80 km/h. Hier gingen den Mitarbeitern der Polizeiautobahnstation Mittelhessen mehrere Temposünder ins Netz, die anschließend zu einer Kontrolle auf die Tank- und Rastanlage Reinhardshain gelotst wurden. Der Fahrer eines Pkw beschleunigte auf 148 km/h – 68 „Sachen“ schneller als erlaubt. Auf ihn kommen 440 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg sowie ein zweimonatiges Fahrverbot zu. Auch ein polnischer Autofahrer musste an der Rastanlage einen Stopp einlegen: Er wurde mit 129 km/h bei erlaubten 80 geblitzt. Da er keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat, fällt er nicht unter die Punkte- und Fahrverbotsregelung. Er musste eine Sicherheitsleistung in Höhe von 250 Euro hinterlegen.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Südosthessen wurden an 64 Kontrollstellen 24544 Fahrzeuge gemessen, davon waren 1763 zu schnell unterwegs, von denen sich allerdings 1651 noch im Verwarnungsbereich bewegten.

Foto: Markus Sommerfeld

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