Neue Erkenntnisse zum Limesverlauf durch Ausgrabungsfunde: Auswirkungen auf Limeskreisel?

(ms/ea) – Ausgrabungsfunde im Bereich der neuen Straße zum Gewerbepark zwischen Rückingen und dem Langenselbolder Dreieck haben unerwartete neue Erkenntnisse zum Verlauf des Limes gebracht, wie die Grabungsexperten von ArchäoPiff mitteilten. Demnach sind auch Auswirkungen auf den derzeitigen Standort des Limeskreisels möglich.

Wer die Kreisstraße zwischen Rückingen und Langenselbold in den letzten Wochen entlang gefahren ist, hat die Sand- und Erdhügel bemerkt: Die auf archäologische Grabungen spezialisierte Firma ArchäoPiff führt im Auftrag von HessenArchäologie die üblichen Baufeldvoruntersuchungen für den Bau der neuen Straße zum Gewerbepark, die an die Kreisstraße mittels Ampelkreuzung angebunden werden soll, durch.

In einer kürzlich anberaumten Pressekonferenz im Erlenseer Rathaus informierten nun die Grabungsexperten über neue Erkenntnisse. So lassen Funde darauf schließen, dass der Limes im dortigen Bereich etwas östlicher verläuft als bisher vermutet. Diese sogenannte Mikroverschwenkung komme zwar häufiger vor, könne aber nur durch direkte Grabungen vor Ort auch bewiesen werden.

Sollten sich die Vermutungen bestätigen – und danach sieht es aus – hätte diese kleine Korrektur für die Geschichtsbücher natürlich keine Auswirkung, wohl aber für ausgewiesene Mahnmale, Denkmäler und Beschilderungen.

Unter diese Kategorie fällt der am westlichen Ortseingang von Rückingen befindliche Limeskreisel mit seinen prägnanten Aufbauten, die in nüchternem Zustand nicht zu übersehen sind.

Ordnungsamtsleiter Peter Cord informierte, dass die Gestaltung des Kreisels mit der damit verbundenen Namensnennung mit der Richtlinie über Kultur- und Geschichtshinweisgeber des Hessischen Kultusministeriums konform gehen müsse, was wiederum in diesem konkreten Fall bedeute, dass „das Kulturgut, auf welches verwiesen wird, sich in einem definierten Umkreis befinden muss“.

Peter Cord: „Wenn der Limes etwas östlicher verläuft, müssen wir den Limeskreisel örtlich anpassen, heißt: an den östlichen Ortseingang von Rückingen setzen oder der Name Limeskreisel darf nicht mehr benutzt werden“.

Geprüft werde derzeit, ob der Brunnenkreisel durch den Limeskreisel ersetzt werden kann.

Fraglich ist noch, wie der Kreisel am jetzigen Standort des Limeskreisels gestaltet werden soll. Ein Wegfall komme nicht in Frage, da sich dieser als verkehrserzieherische Maßnahme mehrfach bewährt habe. Möglicherweise kann der Vorschlag von Andreas Amberg, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Grünanlagen, den Weg in die zukünftige Ausgestaltung des Kreisels weisen. Amberg schlägt vor, den Kreisel in Klärkreisel aufgrund der Nähe zur Kläranlage umzubenennen. Als Aufbauten könne man zwei ohnehin ausrangierte Förderschnecken verwenden, die bei entsprechender Beleuchtung ein besonderes Entree-Erlebnis aus Richtung Hanau bieten könnten.

Werden bald Förderschnecken die aus Richtung Hanau Kommenden begrüßen?

Abzuwarten bleibt die endgültige Bestätigung der Limes-Mikroverschwenkung. Damit ist allerdings nicht vor Ende des Jahres zu rechnen.

Auf dem Titelfoto: Die Grabungen in Höhe der zukünftigen Gewerbeparkszufahrt zwischen Rückingen und Langenselbold

Luftbild: Pascal Hohmann, Archivfoto: Wolfgang Racek

„April, April!“ – Der Limeskreisel wird selbstverständlich nicht zum Klärkreisel

 

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