(iz/ea) – Man stelle sich vor: Es brennt, auf der Straße hat es gekracht hat oder jemand braucht dringend einen Arzt – und keiner der Einsatzkräfte kann schnell genug alarmiert werden. Ein solches unliebsames Szenario können die Führungskräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten ab sofort für den Bereich Ronneburg aus ihren Gedanken streichen.
Am Montagabend wurde in Hüttengesäß die neue Basisstation für den Digitalfunk ihrer Bestimmung übergeben. Hierzu hatten sich neben Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr, des DRK und Vertretern der Gemeinde auch hochrangige Beamte des Polizeipräsidiums für Technik (HPT) aus Wiesbaden eingefunden. Dessen Präsident Karl-Heinz Reinstädt freute sich sehr, für die nun schon 34. Basisstation im Main-Kinzig-Kreis auf den Startknopf drücken zu können.
„Das Wichtigste an dieser Sache ist, dass das Digitalfunk-Netz für uns alle eingerichtet wurde, egal ob nun Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und alle anderen Hilfskräfte, die im Einsatzfall schnell alarmiert werden und problemlos miteinander kommunizieren müssen“, sagte Reinstädt und verwies darauf, dass es in Hessen bereits ein dichtes Netz von mehr als 400 Basisstationen gibt. Hierzu sollen in nächster Zeit noch etwa 80 weitere kommen, so dass das Ziel von 500 Anlagen bald erreicht werden wird.
Dass der nicht bei allen Ronneburger Bürgern beliebte Funkmast im Osten von Hüttengesäß ein Idealfall für den Digitalfunk ist, erklärte Tobias Herr als fachlicher Projektleiter im HPT den anwesenden Zuhörern. Durch den erhöhten Standort des Mastes kann die Digitalfunk-Anlage fast jeden Winkel der drei Ortsteile abdecken, wie Herr auf einer Karte anschaulich zeigte. Auch die Ansteuerung der Sirenen sei mit diesem neuen Betriebssystem möglich, meinte der Techniker.
Bürgermeister Thomas Hoffmann, der das Feuerwehr-Gerätehaus in Hüttengesäß als Ort für das Treffen bereitgestellt hatte, griff diesen Hinweis sogleich auf und wies auf die geplante Verlegung der Sirene vom Dach des FFW-Stützpunktes zur Grundschule hin, die mit der Modernisierung einhergehen könnte. Die Kosten hierfür wären wohl minimal im Vergleich zu den fast 500 Millionen Euro, die für den hessenweiten Netzaufbau und Betrieb des Digitalfunk-Systems zu Buche schlagen, meinte Herr, der zugleich auf die Möglichkeit einer Unterstützung für den Sirenenumbau seitens des Landes Hessen hinwies.

Bgm. Hoffmann und HPT-Präsident Reinstädt

Technik-Vortrag Tobias Herr

Erklärung der Technik
Für den Main-Kinzig-Kreis ist übrigens als nächstes eine Digitalfunk-Basisstation in Rodenbach vorgesehen; sie wird nach der Installation als Nummer 35 ans Netz gehen.
Dann aber ging es im Hüttengesäßer Feuerwehr-Gerätehaus zur Sache: Präsident Reinstädt übergab symbolisch einen überdimensionalen Digitalfunk-Pager an Gemeindebrandinspektor Christoph Ochs und erklärte die neue Anlage als betriebsbereit.

Symbol. Übergabe des ersten Pagers
Bürgermeister Hoffmann dankte für die Installation der neuen Funktechnik, ließ es sich aber nicht nehmen, hierbei auch auf die Verbesserung der Mann-Ausstattung für die Wehrleute seiner Gemeinde hinzuweisen. So wurden vierzig hochmoderne Einsatzhelme angeschafft, die durch ihre grellgelben Farbe weithin sichtbar sind und von den Wehrleuten mit Stolz präsentiert wurden.

Fotos: Ingbert Zacharias
