(pm/ea) – Zu den Belastungs- und Überlastungsanzeigen der Kollegien der Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau, der Erich Kästner-Schule in Maintal, der Georg-Büchner-Schule in Erlensee und der Henry-Harnischfeger-Schule in Bad Soden-Salmünster, die auf dem Dienstweg an das Staatliche Schulamt und das Kultusministerium geschickt wurden, erklärt der SPD-Landtagsabgeordnete Christoph Degen (Neuberg):
„Es wird endlich Zeit, dass die Hilferufe der Schulen Gehör finden. Seit Jahren stellen immer mehr Lehrkräfte und ganze Schulkollegien Überlastungsanzeigen, weil sie aufgrund der zunehmenden Arbeitsbelastungen in der Schule an ihre Grenzen stoßen, krank werden, ausfallen und ihre pädagogische Arbeit darunter leidet. Die Mehrbelastung durch neue Aufgabenfelder, aber auch der gestiegene bürokratische Aufwand, ebenso wie fehlende Vertretungsreserven machen Schul- und Unterrichtsplanung zu einem Roulettespiel. Niemand weiß, wie das noch alles geleistet werden soll, obwohl längst schon das ‚rien ne vas plus‘ ertönt ist.“
Mit der Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau, der Erich Kästner-Schule in Maintal, der Georg-Büchner-Schule in Erlensee und der Henry-Harnischfeger-Schule in Bad Soden-Salmünster haben sich vier Schulen aus dem Main-Kinzig-Kreis zu Wort gemeldet und Probleme geschildert, die es angeblich laut Landesregierung überhaupt nicht gibt. Wenn Schulen eine Antwort erhalten, dann höchstens mit dem Hinweis, dass die gestiegenen Aufgaben Pflichtaufgaben der Lehrkräfte seien, so Degen. Die Überlastungsanzeigen sprächen eine andere und ziemlich deutliche Sprache. „So darf es nicht weitergehen. Wir brauchen mehr ausgebildete Lehrkräfte und Entlastungen für alle vorhandenen“.
Die Kritik an der Situation und den derzeitigen Rahmenbedingungen sei nachvollziehbar und zeichne ein düsteres Bild von 19 Jahren CDU-Regierung in Hessen, so der Landtagsabgeordnete. Wenn Lehrkräfte beispielsweise die unzureichende Unterstützung, das Fehlen von Vertretungslehrkräften oder die „Testeritis“ kritisierten, müsse umgehend reagiert und der Dialog mit den Betroffenen gesucht werden. Mehrarbeit durch intensivere Eltern- und Schülergespräche, runde Tische, Förderpläne und steigenden Koordinationsaufwand sind Fakten, die man nicht leugnen könne. Immer mehr Lehrkräfte stießen nachvollziehbar an ihre physischen und psychischen Grenzen. „Gleichzeitig musste das Kultusministerium auf meine parlamentarische Nachfrage einräumen, dass Krankheitstage von den Schulen zwar gemeldet werden, aber sich niemand im Kultusministerium darum schert und der Minister keine Ahnung hat, wie sich der Krankenstand seiner rund 60.000 Lehrkräfte entwickelt. Fürsorgepflicht sieht anders aus!“.
Degen kündigte an, dass sich eine SPD-geführte Landesregierung um die Probleme kümmern werde. „Ich weiß aus eigener Erfahrung als Lehrer in Bruchköbel, wie hoch die Ansprüche an Lehrkräfte sind. Wir brauchen schulexterne und interne Entlastung, multiprofessionelle Teams und eine viel stärker an den Schulen und der Schülerschaft orientierte Lehrerzuweisung. Schulsozialarbeit muss an jeder Schule selbstverständlich sein, weil immer mehr Erziehungsaufgaben auf die Schulen verlagert werden. Auch die Lehreraus- und -fortbildung muss aufgewertet werden, denn es bringt nichts neue Lehrerstellen zu schaffen, für die überhaupt kein Personal da ist. Wir brauchen eine Landesregierung, die sich um die einzelne Lehrkraft wie um die großen Herausforderungen kümmert und ihre Lehrkräfte wertschätzt. Ich fordere die Rückkehr in die Tarifgemeinschaft der Länder, ein Reduzierung der Pflichtstunden sowie die gleiche Einstiegsvergütung aller Lehrkräfte nach A13“.
