(pm/ea) – „Wer Aussagen öffentlich kommentiert, der sollte sich schon die Mühe machen, diese Aussagen auch vollständig und im gesagten Kontext zu bewerten“, betonten die Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert und der Landtagskandidat Max Schad in Richtung der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler.
Diese hatte sich in einer Pressemitteilung über ein Interview empört, das Gesundheitsminister Jens Spahn zur Situation der Pflege gegeben hatte. Dort hatte er folgende Aussagen gemacht: „Außerdem haben viele Beschäftigte in Heimen und ambulanten Diensten ihre Stundenzahl reduziert, sodass wir auch ein Auge auf die Arbeitsbedingungen werfen müssen. Wenn von einer Million Pflegekräften 100.000 nur drei, vier Stunden mehr pro Woche arbeiten würden, wäre schon viel gewonnen.“ Darauf hatte sich Susanne Simmler gestützt und dem Minister vorgeworfen, er würde das Problem der Pflege auf die unteren Ebenen verschieben. Außen vor hatte sie dabei gelassen, dass sich der Minister eine Erhöhung der Stundenzahlen durch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Pflegekräfte erhofft. Folgendes hatte er dazu gesagt: „Am Geld alleine liegt es aber nicht, dass es zu wenige Pflegekräfte gibt. Vieles ist auch eine Frage der Organisation: faire Schichtpläne, verlässliche Arbeitszeiten, auch mal drei, vier freie Tage am Stück. Derzeit ist die Pflege der am wenigsten planbare Beruf, den es gibt. Die meisten Menschen, die in der Pflege arbeiten, arbeiten dort gerne, sie schöpfen viel Kraft aus ihrem Beruf, hadern aber mit den Umständen, die er mit sich bringt. Deshalb müssen wir auch an den Rahmenbedingungen arbeiten.“
Was hier ein „Schlag ins Gesicht der Pflegekräfte“ sein soll, wie Frau Simmler es betont, können wir nicht erkennen. Wir unterstützen die Forderung Spahns nach besseren Arbeitsbedingungen in der Pflege. Gleichzeitig begrüßen wir, dass zum 1. Januar 2020 bundesweit das Schulgeld für die Pflegeschulen abgeschafft wird.“ Dies sei genauso zu begrüßen wie die Tatsache, dass mit über 120.000 Auszubildenden in der Pflege eine neue Rekordzahl erreicht wurde, die noch weiter gesteigert werden müsse. Auch die Tatsache, dass die Bundesregierung die Organisation der Pflege in der Zukunft jetzt systematisch und ressortübergreifend angeht, sei ein wichtiger Schritt. „Unser Ziel muss es sein, die Attraktivität der Arbeitsplätze in der Pflege zu steigern. Die Entlohnung ist dabei nur ein Faktor“.
Die Forderung Simmlers nach einem festen Pflegeschlüssel sehe man positiv. „Die CDU würde sich freuen, wenn Frau Simmler hier einen Vorschlag für die von ihr zu verantworteten Pflegeheime macht. Unsere Unterstützung ist ihr dabei sicher“, so Leikert und Schad abschließend.
