Rehkitz vor sicherem Tod bewahrt

(ms/ea) – Die telefonische Anfrage eines Landwirts, ob er am Sonntag eine Wiese mähen könne, erreichte Jörg Viel, Jagdaufseher von Langendiebach, am Samstagabend. Da war es schon zu spät, sogenannte Fähnchen mit Flattertüten zu setzen.

Durch diese Fähnchen – die als Störung empfunden werden – wird eine Geiß dazu veranlasst, ihre Rehkitze aus der zu mähenden Wiese zu führen. Wie Jörg Viel erläutert, ist diese Maßnahme allerdings nur kurzfristig wirksam. Wird die Wiese – eventuell wegen einer Wetteränderung – nicht in den nächsten Tagen gemäht, führt die Geiß ihre Kitze wieder dorthin.

„Um die Rehkitze vor dem Tod zu bewahren, ist eine enge Absprache zwischen Jäger und Landwirt unter Beachtung des Wetters zwingend erforderlich“, so Jörg Viel.

Da der Anruf allerdings zu kurzfristig einging, wurde von ihm kurzerhand beschlossen, am Sonntagmorgen mit Unterstützung weiterer Jäger und Helfer die Wiese abzugehen. Dies muss nach einem bestimmten Muster mehrfach geschehen, um nichts zu übersehen.

Der Einsatz war ein voller Erfolg, denn ein Rehkitz konnte gerettet werden.

„In den ersten Wochen hat ein Rehkitz keinen Fluchtinstinkt und flieht daher auch nicht vor einer sich nähernden lauten Maschine“, erklärt Jörg Viel und ergänzt, dass das aufgefundene Kitz am Waldrand wieder ausgesetzt wurde, wo es von der Geiß wieder abgeholt wird.

Die beste Methode, die den grausamen Mähtod von Rehkitzen verhindert, seien sogenannte Ultraschallwarner, die in der Region zum Teil auch schon genutzt werden, so Jörg Viel, der hofft, dass sich diese Technik weiter durchsetzt.

Lob und Anerkennung für diese Aktion am Sonntagmorgen ist ihm, der Jägerschaft Langendiebach und allen Beteiligten jedenfalls sicher!

Fotos: Privat

 

 

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