(pm/ea) – Aufgrund der seit Herbst letzten Jahres mehr oder weniger anhaltenden Regenfälle haben die Holzerntearbeiten und hier vor allem das Herausrücken der Baumstämme aus den Waldbeständen immer noch keinen Abschluss finden können.
„Wir haben auf besonders empfindlichen und nassen Waldböden die Arbeiten erst mal bis Ende des Sommers zurückgestellt“, erläutert der stellvertretende Forstamtsleiter des Forstamts Hanau-Wolfgang, Stefan Brinkmann. „Auf weniger empfindlichen Böden gehen die Arbeiten je nach Wetterlage und Trockenheit weiter.“ Dabei betont der Forstmann, dass sowieso nicht ganzflächig der Waldboden befahren wird. „Wir haben ein Gassensystem, auf dem die Forstmaschinen ausschließlich fahren dürfen. Bodenschutz in der Forstwirtschaft hat eine lange Tradition.“
Das Forstamt Hanau-Wolfgang bittet die Waldbesucher und Waldbesucherinnen um Verständnis, dass sich die Holzrückearbeiten hier und da noch über die nächsten Wochen hinziehen werden.
Bei einigen Sägewerken ist die Nachschublage mit Holz bereits eskaliert. Durch die ungewöhnliche Nässe und die damit verbundenen notwendigen Unterbrechungen der Holzernte kam es mangels Versorgung mit dem Rohstoff Holz nicht nur zu Kurzarbeit, sondern einige Werke standen schon knapp vor einer zeitweiligen Schließung.
Abgesehen davon, dass Letzteres für einige tausend Arbeitnehmer in Deutschland zu erheblichen Verdienstausfällen geführt hätte, kann dies auch zur Folge haben, dass sich die von den Sägewerken nicht belieferten Kunden ihr Holz aus anderen Staaten importieren. Dass es sich dabei im Gegensatz zu dem in Deutschland geernteten Holz oft um Holz aus nicht nachhaltiger Forstwirtschaft handelt, ist dem Bürger vielfach nicht bekannt.
Nachhaltige Waldbewirtschaftung
Nachhaltige Waldbewirtschaftung ist die Betreuung und Nutzung von Wäldern und Waldflächen auf eine Weise und in einem Ausmaß, das deren biologische Vielfalt, Produktivität, Verjüngungsfähigkeit und Vitalität erhält sowie deren Potential, jetzt und in der Zukunft die entsprechenden ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Funktionen zu erfüllen, ohne anderen Ökosystemen Schaden zuzufügen.
Foto: Martin Schroth
