(pm/ea) – Am Samstag, dem 29. März 2025, kehrt die Sportart Amrwrestling sozusagen an die Wiege ihrer Geschichte in Deutschland zurück, denn an diesem Tag wird in der Erlenhalle in Erlensee die 36. Deutsche Meisterschaft ausgerichtet.
In den achtziger Jahren spielte Südhessen eine tragende Rolle dabei, den Sport, der sich aus dem klassischen Armdrücken entwickelte, in Deutschland populär zu machen. Die Vereine der ersten Stunde waren der AV Darmstadt-Griesheim und der im Jahr 1988 gegründete Armwrestling-Club „Over the Top“ Hanau, der jetzt als Veranstalter fungiert. Zahlreiche Namen aus den Reihen des Hanauer Clubs prägen die nationale Historie dieser Sportart, wovon die mehrfache Weltmeisterin Petra Spatz aus Erlensee und Schwergewichts-Europameister und Vize-Weltmeister Hagen Römer aus Rodenbach wohl an erster Stelle zu nennen wären. Diese und noch einige weitere Lokalmatadoren füllten in den neunziger Jahren bei großen Turnieren in der Hanauer Region die Hallen.

Kevin Berberich, amtierender Deutscher Meister und Ex-Europameister der 80-kg-Klasse (aus Hanau)
Heute ist Armwrestling in Deutschland fest etabliert. Zwischen München und Flensburg haben sich mittlerweile über 1000 aktive Armwrestler in 35 Vereinen organisiert. Weltweit gehören 82 Nationen der World Armwrestling Federation an. Aus dem Dämmerlicht der Kneipen hat sich dieser Sport also weit enfernt und ist zum klar reglementierten Leistungssport geworden. Die Charakteristik des Sports ist weitaus vielfältiger, als viele erwarten, denn neben einer eisernen Griffkraft und starken Armen spielen auch Technik, Schnelligkeit und Nervenstärke eine unabdingbare Rolle. Wer in einem Turnier bestehen will, muss über alles verfügen. Die Bewegungsabläufe sind vielfältig und komplex und es sind oftmals auch taktische Varianten, die über Sieg und Niederlage entscheiden. Die englische Bezeichnung „Armwrestling“ – also Armringen – trifft den Kern der Sache wesentlich genauer, denn Armwrestling ist ein dynamischer Kampf, befeuert von Willenskraft und Emotionen. Und es ist mitnichten ein reiner Männersport. Von Beginn an prägten auch starke Frauen die Entwicklung des Sports in Deutschland. Und hier sollte sich niemand täuschen – sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen sind es nicht zwingend die „Wuchtbrummen“, die den Sport dominieren. Es geht nach Gewichtsklassen und viele Weltklasse-Armwrestlerinnen könnte man im entsprechende Outfit auf der Titelseite der Vogue abbilden.
Unbestritten ist Armwrestling ein Sport für Individualisten. Weltweit klar strukturiert und fundiert auf einem festen Regelwerk. Die Finalkämpfe der 36. Deutschen Meisterschaften in der Erlenseer Erlenhalle beginnen am 29. März um 19.00 Uhr. Gekämpft wird bei den Männern in sieben Gewichtsklassen, bei den Damen in zwei. Es hat sich etabliert, dass die Kämpfe von rockiger Musik begleitet werden und trotz aller Regularien hat Armwrestling seinen „Manegengeruch“ nicht ganz verloren. Der Hanauer Club gehört nach wie vor zu den Hochburgen des deutschen Armwrestlings und wird bei einigen Titelentscheidungen ein Wörtchen mitzureden haben. Die Zuschauer können sich also auf eine spannende, ausgesprochen charismatische Veranstaltung mit hochklassigem Sport freuen.
Auf dem Titelfoto: Katrin Mook, amtierende Deutsche Meisterin und WM-Dritte der Klasse bis 65 kg (aus Rodenbach)
Fotos: PM
