„Segmented Approach“: Erste Auswertungen des Probebetriebs vorgestellt

(pm/ea) – Hauptthema der Sitzung der Fluglärmkommission Frankfurt am Mittwoch waren erste Monitoring-Auswertungen des erweiterten Probebetriebs des Segmented Approach in der Sommerflugplanperiode 2024. Ziel dieser Lärmschutzmaßnahme ist es, dicht besiedelte Gebiete wie Mainz, Offenbach und Hanau zu umfliegen, indem Anflüge erst nach diesen Großstädten auf den Endanflug einschwenken und damit deutlich weniger Menschen überfliegen.

Für Verspätungsanflüge zwischen 23-0 Uhr existiert der Segmented Approach bereits seit 2011. Die hohe Zahl von Anflügen am Tag und in der frühen Morgenstunde von 5-6 Uhr führen dazu, dass der Segmented Approach in diesen Zeiten auf absehbare Zeit nicht bzw. nur in seltenen Ausnahmefällen angewendet werden kann, die Flüge verbleiben hier auf dem Endanflug.
Mit dem aktuellen Probebetrieb sollte vielmehr die zeitliche Ausdehnung auf 22-23 Uhr getestet werden. Dabei sollte insbesondere geklärt werden, bis zu welcher konkreten Anzahl an stündlichen Anflügen der Segmented Approach grundsätzlich durchgeführt werden kann und wie hoch die Be- und Entlastungswirkungen wären. Die Auswertungen bestätigten den operativen Grenzwert von 20 Anflügen je Stunde, vereinzelt war die Anwendung auch bei mehr Anflügen möglich. Die Anwendungsquoten sind seit der Genehmigung für die Anwendung bei Mehrverkehr (AltMoC) am 8.7.24 noch einmal angestiegen. Sie lagen zwischen 22-23 Uhr – bereinigt um Wetterereignisse – bei 66%, zwischen 23-0 Uhr bei 93% (unbereinigt 48% bzw. 76%), wobei die tageweise Auswertung sehr hohe oder sehr niedrige Anwendungsquoten zeigte. Festgestellt wurde weiter, dass der Segmented Approach häufiger im konstanten Sinkflug (CDO) erfolgt als Geradeausanflüge. Bestätigt wurde auch die bisherige Beobachtung einer sehr hohen Spurtreue des Anflugverfahrens. Zudem wurden durch die Verschwenkung der Flugroute in der Zeit von 22-23 Uhr auch im Sommerflugplan 2024 keine Lärmwerte erreicht, die nicht bereits im Rahmen der Planfeststellung abgewogen bzw. durch den Lärmschutzbereich abgedeckt waren.

Nach diesen grundsätzlichen Feststellungen wird aktuell durch das Forum Flughafen und Region versucht, den Verlauf der Flugrouten sowohl bei Ostbetrieb als auch bei Westbetrieb noch weiter zu optimieren, damit so wenig Menschen wie möglich betroffen wären. Auf dieser Basis werden dann abschließende Lärmberechnungen vorgenommen. Vereinbart wurde, dass vor der Beratung einer Überführung in den Regelbetrieb in der Fluglärmkommission ein gemeinsames Beteiligungsverfahren von FFR und FLK auf Basis von Gesprächen mit den betroffenen Kommunen durchgeführt wird, in dem alle Ergebnisse vorgestellt, Vor- und Nachteile verschiedener Alternativen erörtert und Anforderungen an ein Monitoring definiert werden sollen.

Der Vorsitzende, Paul-Gerhard Weiß, dankte dem Forum Flughafen und Region für die kontinuierliche Verbesserung der Maßnahme: „Die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahrzehnte an aktiven Schallschutzmaßnahmen führt dazu, dass die verbleibenden Spielräume für Lärmschutzmaßnahmen immer geringer werden. Es ist daher umso wichtiger, für die immer wieder neu auftretenden Herausforderungen gemeinsam und konstruktiv nach Lösungen zu suchen. Das Expertengremium Aktiver Schallschutz hat dies mit der Steigerung der Anwendungsquoten zwischen 22-23 Uhr auch in verkehrsstärkeren Zeiten eindrucksvoll gezeigt und darf durchaus als vorbildhaft für das gesamte Bundesgebiet bezeichnet werden!“

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